Ukraine: Krim teils ohne Strom, Nato-Gipfel plant Milliardenhilfen
Krim teils ohne Strom, Nato-Gipfel plant Milliardenhilfen

Größere Teile der Krim nach Drohnenangriffen ohne Strom

Wiederholte ukrainische Drohnenangriffe haben auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim in größeren Gebieten für Stromausfälle gesorgt. „Derzeit sind mehr als zehn Bezirke ganz oder teilweise ohne Strom“, wurde der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow von der Agentur Tass zitiert. „Der Feind greift das Stromnetz der Halbinsel täglich mit Drohnen an.“ Die Lage sei schwierig. Er machte keine Angaben darüber, wie viele Menschen von den Stromabschaltungen betroffen seien. Bisher haben die russischen Streitkräfte mit Attacken immer wieder für massive Stromausfälle in der Ukraine gesorgt. Vor allem im Winter wurde die Zivilbevölkerung damit schwer unter Druck gesetzt.

Ukrainische Streitkräfte zerstören Brücke auf der Krim

Die ukrainischen Streitkräfte haben auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim eine Reihe von Zielen angegriffen und nach eigenen Angaben schwer getroffen. Wichtigstes Ziel sei eine Brücke im Gebiet Krasnogwardejsk im Zentrum der Krim gewesen, die nach Angaben des Generalstabs in Kiew vollständig zerstört worden ist. Damit sei die Versorgung der Fronten im Osten der Ukraine mit Nachschub deutlich erschwert worden. Daneben seien Radaranlagen sowie eine Anlage zur elektronischen Aufklärung bei Sewastopol von Drohnen angegriffen worden. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite war nicht möglich.

Selenskyj bittet nach russischem Großangriff um Abfangraketen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach einem russischen Großangriff auf Kiew mit mindestens 30 Todesopfern Verbündete des Landes um zusätzliche Abfangraketen gebeten. „Tag und Nacht“ greife Russland in der Ukraine zivile Infrastruktur an. „Terror ist das einzige Argument, das sie für die Fortsetzung des Krieges noch haben“, erklärte er am Freitag. Russland hatte bei dem elfstündigen Angriff, der bis Donnerstagmorgen andauerte, ein weiteres Mal Wohngebiete attackiert und anschließend behauptet, es seien militärische Ziele angegriffen worden. Die Mehrheit der ukrainischen Angriffe in Russland gilt Ölanlagen, Rüstungsfabriken und anderen Zielen mit militärischer Bedeutung.

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Ukraine soll beim Nato-Gipfel Milliardenversprechen erhalten

Die von Russland angegriffene Ukraine soll beim Nato-Gipfel in Ankara ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darauf verständigten sich die 32 Bündnisstaaten wenige Tage vor dem Spitzentreffen in Brüssel in den abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Polen wird sich dabei jedoch zurückhalten. Ministerpräsident Donald Tusk kündigte in Warschau an, dass Polen bei den geplanten Milliardenzusagen vorsichtig sein werde. Grundsätzlich befürwortete Tusk Hilfen für Kiew: „Die Ukraine braucht finanzielle Unterstützung“, sagte er. „Aber Polen muss die Ostgrenze der EU schützen.“ Wegen der besonderen Belastungen für Polen beim Schutz der Außengrenzen von EU und Nato gegen Belarus und Russland hat sich Warschau auch Ausnahmen vom EU-Asylpakt ausbedungen.

Merz reagiert gelassen auf Trump-Kritik an Verteidigungsausgaben

Bundeskanzler Friedrich Merz hat gelassen auf die Kritik von US-Präsident Donald Trump reagiert, dass der Nato-Beitrag Deutschlands nach dessen Darstellung „lächerlich“ sei. „Deutschland verdoppelt seinen Verteidigungsetat innerhalb von vier Jahren. Das ist die größte Kraftanstrengung, die wir jemals gemacht haben, um unsere Verteidigungsfähigkeit zu stärken“, sagte Merz und verwies auf das Ziel, fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigung auszugeben. „Insofern brauchen wir uns hier vor niemandem zu verstecken.“ Das sollte jeder anerkennen, der sich mit diesen Zahlen auch beschäftigt. „Ich werde diese Zahlen auch nennen, wenn wir in der nächsten Woche in Ankara zusammentreten.“ Trump hatte in einem Post auf Truth Social mehrere Länder, darunter Großbritannien und Italien, sowie Finanzzahlen aufgelistet, die einem Nato-Bericht für 2025 ähneln. Zu Deutschland machte er keine konkreten Angaben, schrieb aber, dass dessen Beiträge angeblich deutlich niedriger seien. Deutschland steigerte seine Ausgaben nach inflationsbereinigten Vergleichszahlen gegenüber 2024 um mehr als 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro.

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Ukrainische Drohnenangriffe legen russische Ölraffinerie lahm

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff stoppt die viertgrößte russische Ölraffinerie Norsi Insidern zufolge die Rohölverarbeitung. Bei der Attacke in der Region Nischni Nowgorod wird nach Angaben des örtlichen Gouverneurs Gleb Nikitin ein Mensch getötet und eine Industrieanlage beschädigt. Wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, traf die Drohne die Hauptraffinerieanlage, die 53 Prozent der Gesamtkapazität von Norsi ausmacht. Der Eigentümer Lukoil nahm zunächst nicht Stellung. Norsi ist der zweitgrößte Benzinproduzent Russlands. Die ukrainischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur machen Russland immer mehr zu schaffen. Wegen Knappheiten soll Kerosin aus Japan importiert werden, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach sollen mindestens 200.000 Barrel (je 159 Liter) Kerosin in der ersten Julihälfte im japanischen Chiba verladen und zunächst nach Südkorea verschifft werden. Die Regierung in Moskau hat bereits Beschränkungen für den Kauf von Treibstoff verhängt, während Landwirte warnten, die Ernte sei gefährdet.

Weitere Entwicklungen im Ukraine-Krieg

EU verhängt wegen Nawalny-Tod Sanktionen gegen Forscher: Die EU-Staaten haben Sanktionen gegen sechs Russen beschlossen, die mit dem Tod des Kremlgegners Alexej Nawalny 2024 in einem russischen Straflager in Verbindung gebracht werden. Es handle sich um Wissenschaftler und Forscher im militärischen Bereich, die an der Entwicklung chemischer Waffen, insbesondere von Epibatidin, beteiligt gewesen seien, teilte der Rat der Europäischen Union mit. Ihre Vermögenswerte werden eingefroren und sie dürfen weder direkt noch indirekt Gelder bereitgestellt bekommen.

Merz: Nehme Litauens Aufhebung des Atomwaffenverbots „mit Respekt“ zur Kenntnis: Der litauische Plan, den Weg für die Stationierung von Nato-Atomwaffen im eigenen Land frei zu machen, stößt bei Bundeskanzler Friedrich Merz nicht auf Kritik. Der litauische Präsident Gitanas Nauseda habe über die Pläne informiert, sagte Merz. Dies sei zunächst eine innenpolitische Entscheidung in Litauen. „Es zeigt aber auch zugleich, wie in diesem Land die Bedrohung aus Russland ernst genommen wird und wie das Land bereit ist, sich auch in dieser Hinsicht zu verteidigen. Und insofern habe ich das hier nicht nur nicht zu kritisieren, sondern mit Respekt zur Kenntnis zu nehmen, dass Litauen auch in dieser Hinsicht bereit ist, das Land und damit das Nato-Territorium zu verteidigen.“

EU geht gegen russische Schattenflotte vor – Kamerun reagiert: Wegen eines härteren Vorgehens der EU gegen die russische Schattenflotte streicht Kamerun 39 Tanker aus seinem Schiffsregister. Die Regierung des Landes teilte mit, ihre Flagge werde missbräuchlich verwendet. Moskau verurteilt das Vorgehen der EU. Brüssel bereitet für Mitte Juli weitere Sanktionen vor, die sich gegen die Schattenflotte richten. Die EU-Marinemission IRINI kann seit Anfang Juni Schiffe im Mittelmeer anhalten und durchsuchen, die im Verdacht stehen, unter Umgehung von Sanktionen russisches Öl zu transportieren.