Zeuge belastet Angeklagte im Fabian-Mordprozess
Im Prozess um den Mord an dem achtjährigen Fabian hat ein Zeuge eine schwerwiegende Aussage gemacht. Die Angeklagte war demnach bereits einen Tag vor dem offiziellen Fund der Kinderleiche am Tatort. Der 37-jährige Zeuge, der die Frau damals begleitete, schilderte vor Gericht, dass sie ihn am 13. Oktober des Vorjahres dazu gedrängt habe, nach Fabian zu suchen.
„Sie wusste genau, wo sie hin wollte“
Die Angeklagte habe unbedingt zu dem Tümpel in Klein Upahl gewollt, sei aber an der Böschung stehen geblieben, während er zum Wasser hinunterging. „Da liegt was. Das ist er“, habe sie dann gesagt, berichtete der Zeuge. Für ihn habe es sich angefühlt, „als wüsste sie genau, wo sie hin wollte“. Er selbst habe in der Dunkelheit nichts erkennen können. Die Angeklagte habe mit ihrer Handy-Taschenlampe geleuchtet. Nach einem kurzen Blick sei er nur noch weggewollt. „Das war ein Schockmoment“, sagte der Zeuge. Er und die Angeklagte seien zum Auto gerannt und hätten kein Wort gewechselt. „Im Auto war Totenstille.“
Polizei erst am nächsten Tag informiert
Erst am darauffolgenden Tag, dem 14. Oktober, informierte die heute 30-jährige Angeklagte die Polizei. Dabei gab sie an, den Leichnam Fabians zufällig beim Gassigehen mit ihrem Hund entdeckt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, den Jungen am 10. Oktober mit sechs Messerstichen getötet und anschließend verbrannt zu haben. Die Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.



