Anke Vogt, eine Patientin mit der schwersten Form von Multipler Sklerose (MS), hat nach fast acht Jahren Leidensweg eine neue Hoffnung: Eine kürzlich zugelassene Therapie soll das Fortschreiten ihrer Erkrankung verlangsamen. Die 58-Jährige aus Essen wird das Medikament bald über einen Härtefallantrag erhalten – als eine der ersten Patientinnen in Deutschland. Sie hat das Mittel bereits in einer Studie getestet und weiß, dass es bei ihr wirkt.
Jahrelange Fehldiagnose und Verzweiflung
Anke Vogt leidet unter Taubheitsgefühlen, Kraftverlust und Atemnot. Doch Ärzte taten ihre Beschwerden zunächst als Wechseljahres-Laune ab und rieten ihr, sich ans Älterwerden zu gewöhnen. „Nichts konnte meine MS aufhalten. Jetzt gibt es endlich eine Therapie für mich“, sagte sie gegenüber BILD. Erst nach jahrelangen Untersuchungen wurde die schwere MS-Form diagnostiziert, für die es lange keine wirksame Behandlung gab.
Die neue Therapie: Chancen und Risiken
Die neu zugelassene Therapie zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Anke Vogt durfte das Medikament bereits im Rahmen einer klinischen Studie testen und berichtet von positiven Effekten. „Ich hoffe, dass ich dadurch noch 10 oder 15 gute Jahre habe“, so die Patientin. Experten weisen jedoch darauf hin, dass die Therapie nicht bei allen Patienten gleichermaßen wirkt und Nebenwirkungen möglich sind. Dennoch stellt sie für viele Betroffene einen bedeutenden Fortschritt dar.
Härtefallantrag als letzte Hoffnung
Da das Medikament noch nicht regulär verschrieben werden kann, wird Anke Vogt es über einen Härtefallantrag erhalten. Dieses Verfahren ermöglicht den Zugang zu noch nicht zugelassenen Therapien für Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen, wenn keine Alternativen bestehen. Die Patientin zeigt sich optimistisch: „Ich bin trotz allem eine Optimistin. Diese Therapie gibt mir neue Lebensperspektive.“



