Höhenretter der Frankfurter Berufsfeuerwehr haben zwei Fensterputzer aus einer defekten Arbeitsgondel in 240 Metern Höhe gerettet. Der Einsatz am Commerzbank-Tower in der Frankfurter Innenstadt war nach Angaben der Feuerwehr die höchste Rettung im urbanen Raum, die bislang in Deutschland durchgeführt wurde. Starker Wind erschwerte die Arbeiten erheblich und brachte die Retter selbst in Gefahr.
Technische Störung am Commerzbank-Tower
Der Notfall ereignete sich am Donnerstag am Commerzbank-Tower, einem der höchsten und markantesten Gebäude Frankfurts. Das Gebäude hat 50 Etagen und misst mit seiner charakteristischen Antenne 300 Meter. In rund 240 Metern Höhe war der Fahrkorb einer Firma für Fassadenreinigung aufgrund einer technischen Störung steckengeblieben. An Bord befanden sich zwei Fassadenreiniger.
Laut Feuerwehr-Sprecher Michael Rauch waren 24 Feuerwehrleute im Einsatz, davon fünf speziell ausgebildete Höhenretter. Die Männer wurden einzeln mithilfe einer Seilwinde elf Stockwerke nach oben gezogen und in Sicherheit gebracht. „Erstmals kam bei diesem Einsatz eine erst kürzlich beschaffte Akku-Seilwinde zum Einsatz“, berichtete Rauch. „Sie trug wesentlich dazu bei, die Rettungsmaßnahmen zu beschleunigen.“
Windböen bringen Retter in Gefahr
Während der Rettungsarbeiten kam es zu einer Komplikation: „Der in Führungsschienen laufende Fahrkorb löste sich durch starke Windböen aus seiner stabilen Position und wurde bis zu acht Meter von der Gebäudefassade weggedrückt“, so Rauch. „Anschließend schlug der Korb mehrfach gegen die Glasfassade zurück.“ Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwei Höhenretter im Fahrkorb. Die Kollegen bezeichneten die Lage als „hochkritisch“. Dank der Akku-Seilwinde wurden sie nach oben gezogen und konnten die „akute Gefährdungslage unverletzt verlassen“, schilderte der Sprecher die dramatische Situation.
Der Einsatzleiter Fabian Ommert erklärte: „Der starke Wind hat die Rettungsarbeiten erheblich erschwert.“ Axel Manz, Ausbilder im Bereich Höhenrettung, betonte: „Es handelte sich um die höchste Rettung im urbanen Raum, die bislang in Deutschland durchgeführt wurde.“
Regelmäßige Übungen am Hochhaus halfen
Nach der Rettung schwang der Fahrkorb weiter im Wind. Einem Techniker der Betreiberfirma gelang es schließlich, den Korb sicher auf dem Dach abzustellen. Die Höhenretter profitierten von ihrer Ortskenntnis: Da sie regelmäßig am Commerzbank-Hochhaus üben, kannten sie die örtlichen Gegebenheiten und konnten auf die Sondersituation gut reagieren.
Nach Angaben der Commerzbank werden die Fenster dreimal im Jahr gereinigt. Die Feuerwehr flog die Fassade nach der Bergung mit einer Drohne ab und stellte keine Schäden fest, so ein Sprecher der Bank. Die Feuerwehr bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Property-Management der Bank.



