Westernstadt Old Texas Town: Kampf um Identität statt Profit in Berlin-Spandau
Westernstadt Old Texas Town: Kampf um Identität in Berlin-Spandau

Seit fast 75 Jahren steht die Westernstadt „Old Texas Town“ an der Paulsternstraße im Berliner Ortsteil Siemensstadt. Schwingtüren, Saloons, ein Sheriff mit Stern – hier leben Vereinsmitglieder unter Vorsitz von Ralf Keber, der die Rolle des Sheriffs „Jack Hunter“ übernommen hat, ihren eigenen Wilden Westen. Doch diese Szenerie ist bedroht: Die Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer will das Grundstück anders nutzen. Geplant sind ein Rechenzentrum oder Büros und Geschäfte – austauschbare Nutzungen, die nichts von dem ersetzen, was Old Texas Town an Identität und Geschichte für den Bezirk mitbringt.

Planungsrechtliche Grundlage und Konflikt

Für das Grundstück gilt seit 2012 eine feste Regel der Stadtplanung: Es ist als „Sondergebiet Westernstadt“ ausgewiesen. Wer ein Grundstück unter diesen Bedingungen kauft, kennt die Regeln und sollte sich später nicht über sie beklagen, so der Kommentar. Der Verein selbst kämpft längst öffentlich um Unterstützung und Anerkennung und erhält diese von tausenden Berlinerinnen und Berlinern. Auf seiner Website kann man eine Petition unterstützen für die „Anerkennung von Old Texas Town als kulturelles und soziales Projekt, das Berlin bereichert“.

Unverwechselbarer Ort mit gewachsener Geschichte

Berlin hat nicht viele Orte, die so unverwechselbar sind wie diese Westernstadt. Gleich nebenan entsteht mit dem „Siemens Square“ ein millionenschweres Zukunftsprojekt. Old Texas Town hat dem nichts entgegenzusetzen außer 75 Jahre gewachsener Geschichte. Eine Identität, die man nicht einfach woanders neu aufbauen kann. Old Texas Town ist mehr als eine Touristenattraktion mit Cowboyhüten. Sie ist ein gewachsener Kulturort, der über Spandau hinaus in die ganze Stadt strahlt. Sie lässt sich nicht einfach woanders neu bauen. Eine Stadt, die ein solches Stück ihrer Identität für möglichst hohen Gewinn aufgibt, verliert mehr, als sie gewinnt.

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Drohende Räumung und öffentliche Unterstützung

Die Räumung der Westernstadt könnte bereits im Juni 2026 erfolgen, wie die Bezirksreporterin Florentine Lippmann in ihrem Kommentar anmerkt. Der Verein hat öffentlich um Unterstützung gebeten und eine Petition gestartet. Tausende Berlinerinnen und Berliner haben sich bereits dafür ausgesprochen, Old Texas Town als kulturelles und soziales Projekt anzuerkennen, das die Stadt bereichert. Der Kommentar appelliert an die Verantwortung der Stadt, ein solches Stück Identität zu bewahren, anstatt es für maximalen Profit zu opfern.

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