Spenden über 600.000 Euro für Waisenkinder nach Tat von Stade
Spenden über 600.000 Euro für Waisenkinder nach Stade-Tat

Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade sind zwei Kleinkinder zu Vollwaisen geworden. Die Geschwister im Alter von drei und vier Jahren verloren durch die Tat ihre Mutter, die als 32-jährige Mitarbeiterin des Jugendamtes getötet wurde. Der Vater der Kinder war bereits Ende April infolge einer plötzlichen Erkrankung gestorben, wie aus einem älteren Spendenaufruf hervorgeht.

Spendenbereitschaft erreicht außergewöhnliche Höhe

Innerhalb von zwei Tagen wurden auf der Plattform GoFundMe mehr als 630.000 Euro für die beiden Kinder gesammelt. Die Initiatorin des Spendenaufrufs schrieb, die Spende solle den Kindern zeigen: „Ihr seid nicht allein.“ Das Geld solle einen möglichst sicheren Start in die Zukunft ermöglichen, unter anderem für Versorgung, Betreuung, Bildung, therapeutische Unterstützung sowie Kosten für die Beerdigung und die Folgen des schweren Verlustes.

Eine Sprecherin von GoFundMe bezeichnete die Höhe der Spenden als außergewöhnlich. Sie zeige, „wie tief die Tragödie in Stade die Menschen berührt hat“ und „wie stark der Zusammenhalt in solchen Momenten sein kann, wenn eine Gemeinschaft merkt, dass zwei Kinder plötzlich beide Elternteile verloren haben“.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Plattform prüft Auszahlung an die Familie

Die Echtheit des Aufrufs bestätigte die Sprecherin nicht direkt, teilte aber mit, dass die Organisation in Kontakt mit der Initiatorin stehe. Es werde sichergestellt, dass die Spenden tatsächlich den Kindern zugutekommen. „Es werden keine Gelder ausgezahlt, bevor unser Team bestätigt hat, dass die als Spendenbegünstigte hinterlegte Person tatsächlich der betroffenen Familie angehört bzw. ein Vormund oder Pflegeeltern der Kinder sind“, so die Sprecherin.

Die Initiatorin schrieb über die getötete Mutter, ihre „Kinder waren ihr größter Schatz. Sie waren ihr Stolz, ihre Freude und ihr Ein und Alles.“ Auch in ihrer Arbeit beim Jugendamt habe das Wohl von Kindern und Familien für sie an erster Stelle gestanden.

Hintergründe der Gewalttat

Bei der Tat am Montag in Stade wurden sechs Menschen getötet, alle beruflich in der Jugendhilfe tätig. Ein 45-jähriger Mann soll im Kontext eines Sorgerechtsstreits geschossen haben. Nach SPIEGEL-Informationen war der Tatverdächtige zu einem Hilfeplangespräch mit Mitarbeitern der Einrichtung und Vertretern des Jugendamtes verabredet. Dabei ging es um das Sorgerecht für seine drei Monate alte Tochter. Der Mann wurde festgenommen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration