Am 3. und 4. Juli gehört der Berliner Zoo den Kindern: Zum 14. Mal veranstalten Berliner und Brandenburger Rotary-Clubs den Rotary-Kindertag. 2000 Schülerinnen und Schüler aus 40 Schulen, begleitet von 170 Lehrkräften, besuchten am Freitag den Zoo. Sie kamen nicht nur, um die Tiere zu bestaunen, sondern auch, um am großen Veranstaltungsprogramm rund um den Eisbären-Brunnen teilzunehmen.
Vielfältiges Programm für die kleinen Gäste
Dort haben die Mitglieder der Rotary-Clubs Pavillons aufgebaut, wo sich die Kinder schminken lassen können. An einem anderen Pavillon wurde seit dem frühen Morgen Gemüse geschnippelt und alles vorbereitet, um „Brotgesichter“ zu gestalten – gesunde Pausenbrote, die sich die Kinder selbst belegen können und dabei etwas über gesunde Ernährung lernen. Außerdem gibt es eine Malecke und eine Mathekiste zum Rechnen sowie den Vorlesethron auf einer kleinen Bühne. Wer will, kann dort Platz nehmen und den anderen vorlesen. Auch die Herthaner und Berlin Volleys sind vor Ort und sorgen für Spiel, Spaß und Bewegung.
Ehrenamtliches Engagement der Rotarier
Bernt Exner ist als Rotarier-Mitglied seit dem ersten Kindertag vor 14 Jahren dabei, kümmert sich mit einem Team von zehn Freiwilligen um die Organisation, koordiniert den Auf- und Abbau der Pavillons und die Einteilung der Helfer: „Das gesamte Programm an den zwei Tagen wird ehrenamtlich von unseren Mitgliedern auf die Beine gestellt. Insgesamt sind 140 Rotarier im Zoo im Einsatz“, berichtet er. Rotarier nennen sich die Mitglieder der Rotary-Clubs, die sich dem Grundsatz „Service above Self“ (Dienen über das eigene Interesse) verschrieben haben und regionale wie internationale Hilfsprojekte unterstützen. Gegründet wurde Rotary International 1905 in Chicago von dem Anwalt Paul P. Harris, der mit Freunden aus unterschiedlichen Berufen eine Gemeinschaft schaffen wollte, die gesellschaftliche Verantwortung übernimmt.
Einladung für Brennpunktschulen und soziale Einrichtungen
Weltweit gibt es inzwischen mehr als 46.000 Rotary-Clubs, an dem Kindertag im Berliner Zoo beteiligen sich 27 Clubs aus der Region. Über den persönlichen Einsatz vieler Rotarier an den beiden Kindertagen im Zoo hinaus finanzieren die Mitglieder auch den Eintritt der Kinder und das Programm. „Wir laden gezielt Klassen aus Brennpunktschulen ein, die wir als Rotarier mit unserem ‚4-L-Bildungsprogramm – Lesen lernen, Leben lernen‘ unterstützen. Jedes Kind bekommt ein Buch geschenkt. In den vergangenen 15 Jahren haben wir 1,7 Millionen Buchgeschenke verteilt“, erzählt Bernt Exner. Der Rotary-Kindertag ist die größte gemeinsame Aktion der Clubs. Und während am Freitag Schulklassen der Partnerschulen eingeladen sind, kommen am heutigen Sonnabend 600 Kinder aus sozialen Einrichtungen, Sportvereinen und Hospizen zum Kindertag, begleitet von 400 Betreuern und Eltern. „Die Eltern sind unheimlich dankbar, dass neben ihren schwer kranken oder behinderten Kindern auch die gesunden Geschwister mitkommen können, die immer zurückstecken müssen. So ein gemeinsamer Ausflug ist für sie ein tolles Erlebnis“, sagt Bernt Exner.
Alle Kinder im Zoo können am Programm teilnehmen
Und er betont, dass an beiden Rotary-Kindertagen auch alle Kinder, die regulär im Zoo zu Besuch sind, an den Aktivitäten rund um den Eisbär-Brunnen teilnehmen können. „Es ist schon immer ein Riesenaufwand, aber wenn man die strahlenden, staunenden Kinder sieht, lohnt es sich doch“, meint der Rotarier. Und er ist besonders stolz darauf, dass die Hamburger Rotary-Clubs den Berliner Kindertag als „Erfolgsmodell“ kopiert haben – er fand dort zum ersten Mal am 3. Juli im Tierpark Hagenbeck statt.



