Kolumbien war für TRAVELBOOK-Autorin Julia Mähl lange ein weißer Fleck auf der Landkarte. Nach sechs Wochen quer durchs Land steht für sie fest: Kolumbien überrascht an jeder Ecke. Weiße Sandstrände, sattgrüner Dschungel, pulsierende Städte und kleine, verschlafene Orte – all das steckt in diesem Land. Wer Kolumbien bisher genauso wenig kennt wie ich vor meiner Reise, findet hier meine perfekte Route. Sie verbindet die schönsten Highlights mit den ganz unterschiedlichen Seiten des Landes. Und ich habe mich selbst als Lateinamerika-Neuling auf dieser Strecke sicher gefühlt.
Bogotá ist der perfekte Start
Meine Reise begann in Bogotá. Für viele ist die Hauptstadt der erste Stopp, weil der internationale Flughafen aus vielen Ländern gut erreichbar ist. Vor meiner Reise hörte ich immer wieder denselben Satz: Bogotá ist kein Muss, man kommt aber kaum daran vorbei. Nach meinem Besuch sehe ich das anders. Zwei Nächte würde ich hier jederzeit wieder einplanen. Besonders wohl habe ich mich in „La Candelaria“ gefühlt. Zwischen kleinen Cafés und Restaurants lässt es sich wunderbar treiben, der Aufstieg auf den Berg „Monserrate“ lohnt sich und am Abend kann man den Tag in einer der Bars ausklingen lassen.
Salento begeistert mit Kaffee
Einer meiner Lieblingsstopps war Salento. Der kleine Ort liegt rund sieben Stunden mit dem Bus von Bogotá entfernt und ist vor allem für seinen Kaffee bekannt. Deshalb gehört für mich der Besuch einer Kaffeeplantage unbedingt dazu. Viele Plantagen bieten nicht nur Führungen an, sondern auch Extras wie ein Tasting oder einen Röstkurs. Gerade Letzteren kann ich aus voller Überzeugung empfehlen. Ein weiteres Highlight ist das „Valle de Cocora“. Das Tal mit seinen meterhohen, schlanken Palmen wurde durch Social Media weltberühmt. Trotzdem ist es weit mehr als nur eine schöne Fotokulisse. Wer sich vorher informiert, kann dort großartige Wanderungen unternehmen oder an einer Führung teilnehmen.
Medellín ist für mich ein Muss
Zu meinen absoluten Highlights gehört Medellín. Die Stadt hat eine bewegte Geschichte. Immerhin spielten hier in den 1980er-Jahren die Narcotraficantes und Pablo Escobar eine große Rolle. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte eine der angebotenen „Free Walking Tours“ mitmachen. Seit den späten 1990er-Jahren hat sich Medellín stark verändert. Die Stadt hat ihr düsteres Image Stück für Stück abgelegt und sich zu einer modernen Metropole entwickelt.
Tayrona-Nationalpark ist ein Traum
Eines meiner größten Highlights an der Karibikküste war der Tayrona-Nationalpark. Durch den Dschungel führen Wanderwege bis zum bekannten Strand „Cabo San Juan del Guía“. Meine Empfehlung: Dort nicht stehenbleiben. Wer noch etwas weiter nach rechts oder links läuft, findet genauso schöne Strände – allerdings mit deutlich weniger Menschen. Man kann sogar direkt im Park übernachten und den Sonnenuntergang aus einer Hängematte am Meer erleben. Ich habe mich dagegen für eine Unterkunft am Parkeingang entschieden. Nach meinen Wanderungen bin ich mit dem Bus immer wieder zum „Los Cocos“-Strand gefahren. Dort erwartete mich eine nahezu menschenleere Traumkulisse.
Cartagena sorgt für einen bunten Abschied
Mein letzter Stopp war Cartagena. Die Stadt liegt rund fünf Stunden mit dem Bus von Santa Marta entfernt und eignet sich perfekt als Abschluss einer Kolumbien-Reise. Die Stadtstrände haben mich zwar nicht besonders beeindruckt. Viel lieber bin ich durch die bunte Altstadt geschlendert, habe das Viertel „Getsemaní“ erkundet, bin mit dem Fahrrad zu Sunset-Spots gefahren, war abends tanzen und habe mich durch die karibisch geprägte Küche probiert. Drei bis vier Tage haben für mich vollkommen gereicht, um Cartagena in Ruhe zu erleben.



