Ein Sommertag bei 39 Grad: Leise quirlt der Ventilator die stickige Luft, der Nachmittag kriecht vorbei. Sie schläft im Keller, mit ihrem Hund geht sie um 4:30 Uhr raus. Und seit unsere Autorin mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus musste, hat sie noch mehr Angst vor der Hitze. Wie soll das weitergehen? Ein Essay von Gabriele Bärtels.
Als ich aus meinem 18 Grad kühlen Keller ins Erdgeschoss komme, raubt mir die stickige Luft den Atem. Dabei habe ich noch Glück, denn in meiner Mietwohnung herrschen bei strengstens geschlossenen Fenstern und Außenrollos am dritten Tag der Hitzewelle erst 25 Grad. Es ist stockduster, während draußen die Sonne alles niederbrennt.
Der Keller als Rettung
Seit Tagen meidet die Autorin das Tageslicht. Ihr Schlafzimmer ist der Keller, wo die Temperatur konstant bei 18 Grad bleibt. Den Hund führt sie nur in den frühen Morgenstunden um 4:30 Uhr aus, bevor die Hitze unerträglich wird. Die Angst vor einem erneuten Hitzschlag sitzt tief – vor zwei Jahren musste sie mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem ihr Kreislauf kollabiert war.
Die gesundheitlichen Folgen der Hitze
Laut dem Deutschen Wetterdienst steigen die Temperaturen in Berlin regelmäßig über 35 Grad. Für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen kann dies lebensbedrohlich sein. Die Autorin berichtet, dass sie bereits bei 30 Grad Symptome wie Schwindel und Übelkeit verspürt. „Ich habe Angst, dass ich wieder zusammenbreche“, sagt sie. Die Ärzte rieten ihr, die heißen Tagesstunden im Kühlen zu verbringen und ausreichend zu trinken.
Wie die Stadt auf die Hitze reagiert
Berlin hat in den letzten Jahren Maßnahmen ergriffen, um die Hitzeinseln in der Stadt zu reduzieren. Doch für Mieter in Altbauten ohne Klimaanlage bleibt die Situation schwierig. Die Autorin appelliert an die Politik, mehr Grünflächen und Trinkbrunnen zu schaffen. „Wir brauchen dringend mehr Schatten und kühle Orte in der Stadt“, fordert sie.
Die Hitzewelle zeigt, wie verletzlich wir sind. Für die Autorin ist klar: Sie wird den Sommer über im Keller schlafen und ihre Aktivitäten auf die frühen Morgenstunden beschränken. „Ich hoffe, dass dieser Sommer nicht noch heißer wird“, sagt sie. Doch die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes lassen Schlimmes befürchten: Die Temperaturen könnten in den kommenden Wochen weiter steigen.



