Berlin bereitet sich auf ein extremes Hitze-Wochenende mit Temperaturen über 40 Grad vor. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor extremer Wärmebelastung, insbesondere in der dicht bebauten Stadt mit geringer nächtlicher Abkühlung. Die Stadt hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung zu schützen.
Cooling Points und Hitzewarnungen
Im Mauerpark an der Bernauer Straße wurde ein sogenannter „Cooling Point“ eingerichtet – eine temporäre Sitzgelegenheit mit Schatten, Trinkbrunnen und Vernebelungsanlage. Diese Einrichtung soll besonders älteren Menschen, Kindern und gesundheitlich Belasteten helfen. Eine belgische Touristenfamilie mit drei Kindern nutzte den Sprühnebel und füllte Trinkflaschen auf. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) mahnte auf X, auf sich selbst und auf andere zu achten. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen, Obdachlose und alle, die draußen arbeiten.
Waldbrandgefahr und Verbote
Parallel zur Hitze steigt die Waldbrandgefahr. Für Berlin-Buch erwartet der DWD am Sonntag die höchste Stufe fünf, für Marzahn und Tempelhof Stufe vier. Die Berliner Forsten appellieren eindringlich: nicht rauchen, nicht grillen. „Bei solchen Temperaturen genügt ein Funke“, heißt es aus der Senatsumweltverwaltung. Mehrere Bezirke, darunter Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow, verbieten das Grillen in Grünanlagen.
Auswirkungen auf den Alltag
Die Hitze verändert den Alltag. Das Standesamt Tempelhof-Schöneberg lud wegen des Datums 26.06.2026 zu einer langen Nacht der Eheschließungen – 32 Paare gaben sich das Ja-Wort. Auf Baustellen, in Linienbussen und auf Posträdern läuft die Arbeit weiter. Bauarbeiter und Busfahrerinnen trotzen der Hitze mit viel Trinken und regelmäßigen Pausen.
Das Ossietzky-Gymnasium in Pankow fuhr am Freitag nur Kurzstunden bis 12 Uhr, die Eichendorff-Grundschule blieb ganz geschlossen. In Berliner Rettungsstellen wurden bereits Kinder hitzebedingt behandelt, darunter mit starken Kopfschmerzen, Fieberkrämpfen und Hitzschlag. Nach Angaben von Vivantes kamen junge Patienten in sehr wenigen Einzelfällen auch mit Hirnhautentzündungen.
Infrastruktur und Veranstaltungen
Die Hitze macht der Infrastruktur zu schaffen: Auf der A10 zwischen Marzahn und Hellersdorf wurde wegen Fahrbahnschäden eine Spur gesperrt. Bereits am Donnerstag musste die BVG auf der U3 hitzebedingte Signalstörungen vermelden. Zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt: Die Amerika-Gedenkbibliothek sagt sämtliche Veranstaltungen am Wochenende ab, der Bezirk Mitte schließt mehrere Kunstorte wie Bärenzwinger, Galerie Wedding, Klosterruine Berlin und Kunst Raum Mitte. Das Straßenfest „Sommerliebe Schmargendorf“ fällt aus, ebenso das Berliner Bücherfest auf dem Bebelplatz. Die Dachterrasse und Kuppel des Reichstags bleiben am Samstag und Sonntag geschlossen. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verkürzt die Öffnungszeiten auf 13 Uhr, auch der Fährbetrieb zur Pfaueninsel wird eingestellt.
Vorbereitungen für das Wochenende
Die Berliner Philharmoniker lockern für ihr ausverkauftes Waldbühnenkonzert die Kleiderordnung; rund 22.000 Menschen werden erwartet, backstage stehen Kühlpacks und Getränke bereit. Bruno-Mars-Konzerte im Olympiastadion sollen stattfinden; erlaubt sind alkoholfreie Getränke in geeigneten Behältern, Wasser wird kostenlos ausgeschenkt. Die Feuerwehr bereitet sich auf mehr Rettungseinsätze vor – wegen Kreislaufproblemen, aber auch wegen Unfällen an vollen Badegewässern. Die Berliner Bäder-Betriebe rechnen für das Wochenende mit bis zu 100.000 Gästen.
Am Samstag und Sonntag sollen die Temperaturen auf 38 bis 41 Grad steigen. Die Stadt wirkt an diesem Freitag, als halte sie den Atem an – vor einem Wochenende, das noch heißer werden soll.



