Grillverbot in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg wegen Hitzewelle ab Samstag
Grillverbot in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg ab Samstag

Die extreme Hitzewelle in Berlin zwingt den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zu drastischen Maßnahmen: Ab Samstag, dem 27. Juni 2026, ist das Grillen in den Parks des Bezirks verboten. Grund sind die anhaltende Trockenheit und die hohe Brandgefahr. Das Verbot gilt für die Grillwiese am Neuen Hain im Volkspark Friedrichshain, die Wiese gegenüber dem Kunstrasensportplatz sowie gegenüber dem Rodelhügel im Görlitzer Park und auf der Wiese zwischen Waterloo-Ufer und Zossener Straße auf dem Blücherplatz. Das Bezirksamt betont, die Maßnahme diene dem Schutz der Grünflächen und der öffentlichen Sicherheit.

Hitzerekord am Wochenende erwartet

Die Hauptstadtregion erlebt eine der schwersten Hitzewellen der letzten Jahre. Meteorologen prognostizieren für das Wochenende Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius. Der bisherige Berliner Hitzerekord liegt bei 38,6 Grad, gemessen am 30. Juni 2019 in Tegel. „In dieser Größenordnung werden wir landen“, sagte Stefan Rubach, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Besonders kritisch sind die hohen nächtlichen Tiefsttemperaturen: In den Nächten zum Sonntag und Montag werden Werte zwischen 23 und 25 Grad erwartet, was als „Tropennacht“ gilt. „Da kriegt man eigentlich kaum noch Abkühlung durchs Lüften“, so Rubach.

Auch in Potsdam könnte am Samstag die 40-Grad-Marke geknackt werden. Der bisherige Rekord dort liegt bei 38,9 Grad aus dem Jahr 2022. Die Stadtverwaltung verkürzte ihre Sprechzeiten und sagte mehrere Veranstaltungen ab, darunter das große Volkspark-Jubiläum und die Fahrrad-Pride.

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Zahlreiche Veranstaltungen abgesagt

Die Hitzewelle zwingt viele Veranstalter zu Absagen. Der Berliner Fußball-Verband setzte die meisten Spiele am Wochenende ab, nur entscheidende Partien sollen in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Der Christopher Street Day (CSD) in Bernau wurde abgesagt, da „eine stundenlange Demonstration auf den Straßen Bernaus bei dieser extremen Wetterlage mit massiven gesundheitlichen Risiken verbunden ist“, so das Organisationsteam. Auch die Hellersdorfer Mini-WM für Kinder fällt aus, ebenso der Fahrrad-Pride in Potsdam. Die Trabrennbahn Mariendorf verschob zwölf Rennen von Sonntag auf Dienstag, um die Pferde vor der Hitze zu schützen.

Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) sagte die Auftaktveranstaltung der Berliner Seniorenwoche ab: „So leid es mir tut, aber ich muss die Eröffnungsveranstaltung absagen. Vor allem ältere Menschen sollten bei dieser Hitze zu Hause bleiben. Ihre Gesundheit und Unversehrtheit steht für mich an oberster Stelle.“

Freibäder unter Druck – Columbiabad wieder geöffnet

Die Freibäder der Stadt sind überfüllt. Das Columbiabad in Neukölln konnte nach technischen Problemen am Mittwoch wieder öffnen. „Wir bedauern die kurzzeitige Schließung“, sagte eine Sprecherin der Berliner Bäder-Betriebe. Auch das Prinzenbad in Kreuzberg ist wieder in Betrieb. Eine Live-Karte der Bäder-Betriebe zeigt die Auslastung in Echtzeit. Am Schlachtensee und in anderen Gewässern suchen Menschen Abkühlung, doch vom Baden im Spektesee in Spandau wird wegen erhöhter Keimwerte abgeraten.

Im Mauerpark gibt es eine seltene Abkühlungsmöglichkeit: eine Nebeldusche. „Es ist die erste Anlage dieser Art in Berlin“, erklärte eine Mitarbeiterin des Lageso. Allerdings verstopft der hohe Kalkgehalt des Berliner Wassers die Düsen, die nun ausgetauscht werden.

Gesundheitsversorgung und Hilfsmaßnahmen

Die Krankenhäuser in Berlin verzeichnen einen Anstieg hitzebedingter Einlieferungen, vor allem ältere Menschen mit Kreislaufproblemen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert besseren Hitzeschutz für Einsatzkräfte. Landeschef Stephan Weh kritisierte: „Der Hitzeschutz auf den Dienststellen ist katastrophal. Es fehlt an Klimaanlagen und Ventilatoren.“ Die Polizei sagte den öffentlichen Teil des Verkehrssicherheitstages ab.

Der Verein Silbernetz startete einen Wetter-Service, der ältere Menschen automatisch über Hitzewarnungen informiert und Verhaltenstipps gibt. „Extreme Wetterlagen können insbesondere für ältere und alleinlebende Menschen zur Belastung werden“, sagte Leiterin Kerstin Winkler. Auch Sozialarbeiter sind unterwegs, um Obdachlosen mit Sonnencreme und Wasser zu helfen.

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Wasserversorgung und Alltagstipps

Die Wasserversorgung in Berlin bleibt trotz der Hitze stabil. Die Bahn bietet kostenfreie Stornierungen für Fernverkehrstickets bis zum 30. Juni an. Viele Berliner nutzen die Morgenstunden für Aktivitäten, um der Hitze zu entgehen. Ladenbetreiber Aydin aus Wedding bleibt gelassen: „In der Türkei wird es noch deutlich heißer.“ Die Senatsverwaltung für Bildung betont, dass Unterrichtsausfall die Ausnahme bleiben soll, aber Schulen flexibel reagieren können.

Der Deutsche Wetterdienst empfiehlt, die Nächte zum Lüften zu nutzen, da die Temperaturen nachts vorübergehend auf 13 bis 17 Grad sinken. In den folgenden Nächten wird es jedoch zunehmend schwüler.