100 Tage nach der Vereidigung der rot-schwarzen Koalition in Brandenburg zeigt eine Umfrage des RBB ein düsteres Bild für die Regierungsparteien: Die AfD würde mit 37 Prozent der Stimmen stärkste Kraft werden und läge damit vor SPD und CDU, die zusammen nur auf 35 Prozent kommen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das nach der Landtagswahl in die Opposition musste, würde mit vier Prozent den Wiedereinzug ins Parlament verpassen.
AfD legt zu – Regierungsparteien verlieren
Im Vergleich zur Landtagswahl im September 2024 würde die AfD um fast fünf Prozentpunkte zulegen. Die SPD, die mit 30,9 Prozent stärkste Kraft wurde, käme nun nur noch auf 19 Prozent. Die CDU würde mit 16 Prozent ebenfalls deutlich unter ihrem Wahlergebnis von 19,8 Prozent liegen. Die Grünen würden mit sechs Prozent ebenfalls unter ihrem Ergebnis von 5,6 Prozent bleiben. Die Linke würde mit drei Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.
„Die Umfrage zeigt, dass die Menschen in Brandenburg das Vertrauen in die Landesregierung verloren haben“, sagte der Brandenburger AfD-Landesvorsitzende Andreas Kalbitz. „Die Politik von SPD und CDU wird abgestraft, weil sie die Probleme der Menschen nicht löst.“
Kritik an der Bundesregierung
Die SPD-Landesvorsitzende Dietmar Woidke führte die schlechten Umfragewerte auf die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung zurück. „Die Menschen machen ihren Frust über die Bundespolitik an der Landesregierung fest“, sagte Woidke. „Wir müssen in Brandenburg zeigen, dass wir handlungsfähig sind und die Dinge anpacken.“
Ähnlich äußerte sich CDU-Landeschef Jan Redmann: „Die Bundespolitik belastet uns enorm. Wir müssen klarmachen, dass wir in Brandenburg für Stabilität und Verlässlichkeit stehen.“
BSW droht das Aus
Besonders bitter ist das Ergebnis für das BSW, das bei der Landtagswahl noch auf 5,3 Prozent kam und damit knapp den Einzug schaffte. In der aktuellen Umfrage liegt die Partei nur noch bei vier Prozent. „Das ist ein alarmierendes Signal“, sagte BSW-Landeschef Robert Crumbach. „Wir müssen uns neu aufstellen und unsere Themen schärfer profilieren.“
Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag des RBB durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Wahlberechtigte in Brandenburg. Die Fehlertoleranz liegt bei plus/minus drei Prozentpunkten.



