Ein junger Helfer mit Herz und Werkzeug
Jakob Thesing, ein 13-jähriger Schüler aus Münster, engagiert sich ehrenamtlich mit einer besonderen Fertigkeit: Er repariert Fahrräder für Geflüchtete. Was als kleine Idee begann, ist inzwischen zu einem festen Bestandteil seines Alltags geworden. Der Jugendliche flickt Reifen, wechselt Gangschaltungen und holt Achten aus Felgen – alles, um die Räder wieder flott zu machen.
Das Projekt startete im Frühjahr 2026, als Jakob in seiner Freizeit begann, gespendete Fahrräder instand zu setzen. Mittlerweile hat er mehrere Dutzend Räder repariert, die an Geflüchtete in der Region weitergegeben werden. Die Nachfrage ist groß, denn für viele Menschen ist das Fahrrad das einzige Verkehrsmittel, um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gelangen.
Vom Hobby zur Herzensangelegenheit
Jakob entdeckte seine Leidenschaft für Fahrräder bereits im Grundschulalter. „Ich habe schon immer gerne an Fahrrädern herumgeschraubt“, erzählt er. „Mein Opa hat mir gezeigt, wie man einen Reifen flickt, und seitdem mache ich das gern.“ Seine Fähigkeiten hat er sich weitgehend selbst beigebracht, unterstützt durch Videos und die Hilfe eines örtlichen Fahrradhändlers, der ihm Werkzeug und Ersatzteile spendet.
Die Arbeit ist nicht immer einfach: Manche Räder sind stark verrostet oder haben verbogene Speichen. Doch Jakob lässt sich nicht entmutigen. „Es macht mir einfach Spaß, etwas zu reparieren, das kaputt ist. Und ich freue mich, wenn ich den Leuten damit helfen kann“, sagt er. Seine Mutter unterstützt ihn, indem sie die Räder zu den Unterkünften transportiert und die Termine koordiniert.
Ein Vorbild für andere
Das Engagement des 13-Jährigen hat in Münster bereits Aufsehen erregt. Die lokale Flüchtlingshilfe lobt seinen Einsatz. „Jakob ist ein echtes Vorbild. Er zeigt, dass man auch in jungen Jahren einen wichtigen Beitrag leisten kann“, sagt eine Sprecherin der Initiative. „Die reparierten Fahrräder geben den Geflüchteten ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit zurück.“
Jakob selbst denkt bereits über die Zukunft nach: „Vielleicht mache ich das später auch beruflich“, sagt er mit einem Lächeln. Vorerst plant er, sein Projekt auszubauen und vielleicht sogar eine kleine Werkstatt zu eröffnen. „Ich würde gerne noch mehr Leuten helfen.“
Fakten und Hintergründe
Bislang hat Jakob Thesing rund 40 Fahrräder repariert. Die Aktion läuft seit etwa vier Monaten, und die Zahl der Anfragen steigt stetig. Die Räder stammen aus Spenden von Privatpersonen und einem Fahrradgeschäft, das defekte Modelle abgibt. Die Reparaturen führt Jakob in der heimischen Garage durch, wo er eine kleine Werkstatt eingerichtet hat.
Das Projekt zeigt, wie bürgerschaftliches Engagement auch ohne große Mittel wirken kann. In Zeiten steigender Mobilitätskosten ist ein funktionierendes Fahrrad für viele Menschen unverzichtbar – und für Geflüchtete oft die einzige bezahlbare Option. Der junge Münsteraner leistet hier einen praktischen Beitrag zur Integration.



