DHL-Mann wollte Nebenbuhler Kokain-Paket unterjubeln: Bewährungsstrafe
DHL-Mann wollte Nebenbuhler Kokain unterjubeln

Das Amtsgericht Augsburg hat einen 37-jährigen DHL-Mitarbeiter zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt, weil er versucht hatte, dem Liebhaber seiner Frau ein Kokain-Paket unterzuschieben. Der Fall sorgte für Aufsehen, da der Angeklagte als Sicherheitsbeauftragter bei DHL tätig war und die Drogen zunächst selbst der Polizei meldete.

Perfider Plan: Kokain-Paket als Racheaktion

Laut Anklage hatte Manuel H. (Name geändert) im Sommer 2025 von der Affäre seiner Frau erfahren. Daraufhin soll er dem Nebenbuhler gedroht haben: „Wenn du meine Frau nicht in Ruhe lässt, passiert etwas.“ Kurz darauf meldete H. der Polizei den Fund eines Pakets mit mehr als 25 Gramm Kokain, das angeblich für den Liebhaber bestimmt war. In dem Paket lag ein Zettel mit den Worten: „Servus. Wie bestellt geliefert. Nächstes Mal wieder persönlich. Gutes Gelingen!“

Die Kriminalpolizei leitete zunächst ein Ermittlungsverfahren gegen den Nebenbuhler ein. Der Staatsanwalt erklärte vor Gericht: „Sie wollten mit hoher krimineller Energie den Liebhaber ihrer Frau schlecht dastehen lassen.“ Der Plan schien zunächst aufzugehen: Die Affäre endete, und H. kam wieder mit seiner Frau zusammen. Das Paar erwartet inzwischen das zweite Kind.

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Ermittlungen gegen den Ehemann

Doch der Liebhaber meldete die Drohung, was die Polizei auf die Spur von Manuel H. brachte. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Beamten den Zettel aus dem Kokain-Paket auf H.s Computer. H. verlor daraufhin seinen Job bei DHL und stand vor Gericht. Sein Anwalt argumentierte: „Mein Mandant wollte nur seine Frau zurückgewinnen, hatte sein Hirn ausgeschaltet. Jetzt steht für ihn einiges auf dem Spiel.“

Die Richterin stellte fest, dass das untergeschobene Kokain einen ungewöhnlich niedrigen Wirkstoffgehalt von nur 15 Prozent hatte. Normalerweise liege der Gehalt bei etwa 90 Prozent. „So schlechtes Kokain habe ich noch nie gesehen. Ihr Glück“, sagte die Richterin. Dies verhinderte eine Untersuchungshaft für H.

Geständnis und Urteil

Durch ein Geständnis konnte H. eine Gefängnisstrafe abwenden. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Woher H. das Kokain bezogen hatte, blieb ungeklärt. Der Fall zeigt, wie weit ein betrogener Ehemann zu gehen bereit ist, um seine Ehe zu retten – und welche rechtlichen Konsequenzen dies haben kann.

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