Nagel warnt vor Inflation trotz Entspannung in Nahost
Nagel: Inflationsgefahr trotz Entspannung in Nahost

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat trotz einer möglichen Entspannung im Nahen Osten vor anhaltenden Inflationsrisiken gewarnt. Selbst wenn die Straße von Hormus demnächst wieder befahrbar sein sollte, werde es Monate dauern, bis sich das Ölangebot normalisiere, sagte Nagel am Montag beim Frankfurt Euro Finance Summit laut Redetext.

Produktionsstätten beschädigt

Nagel verwies darauf, dass Produktionsstätten in der Region teilweise beschädigt oder außer Betrieb gesetzt wurden und die Reserven schrumpfen. Zudem dürfte der Preisdruck nochmals steigen, wenn fiskalpolitische Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise auslaufen, fügte er hinzu.

EZB entschlossen

„Wir sind entschlossen, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert“, betonte Nagel. Für die nächste Zinssitzung im Juli halte der EZB-Rat alle Optionen offen.

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Nagel hatte bereits vorige Woche erklärt, die Notenbank sei bereit, erneut zu handeln, falls dies nötig sei, um eine Ausbreitung des durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisanstiegs zu stoppen. Die USA und der Iran haben sich mittlerweile auf ein Friedensabkommen geeinigt. US-Präsident Donald Trump erklärte seinerseits, er genehmige die „gebührenfreie“ Öffnung der Straße von Hormus sowie die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade.

Die EZB hatte am Donnerstag erstmals seit fast drei Jahren den Leitzins angehoben – von 2,0 auf 2,25 Prozent. Sie ist damit die erste große Zentralbank, die ihre Geldpolitik als Reaktion auf den Ölpreissprung verschärft. Die Inflation war zuvor über drei Prozent gestiegen und auch die Teuerung ohne Energiepreise lag deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent.

Mehr: Teuerung in der Euro-Zone steigt im Mai auf 3,2 Prozent rtr

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