Rattengift in Hipp-Babynahrung: Österreich ermittelt bei mutmaßlichem Erpressungsversuch
In Österreich ermitteln die Behörden aktuell in einem schwerwiegenden Fall von mutmaßlicher Produktmanipulation. Der renommierte Babynahrungshersteller Hipp ist offenbar Ziel eines kriminellen Erpressungsversuchs geworden. Konkret besteht der dringende Verdacht, dass einzelne Gläser des Produkts "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" (190 Gramm) mit Rattengift versetzt worden sein könnten.
Gefährlicher Fund in Spar-Filiale
Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) und die Polizei im Burgenland bestätigten den Fund eines verunreinigten Gläschens. Ein aufmerksamer Kunde hatte den verdächtigen Artikel in einer Spar-Filiale in Eisenstadt entdeckt und umgehend gemeldet. Glücklicherweise wurde nichts von der kontaminierten Nahrung verzehrt. Die manipulierten Gläser sollen mit einem auffälligen weißen Aufkleber und einem roten Kreis gekennzeichnet sein.
Die Polizei veröffentlichte eine dringende Warnung an alle Verbraucher: Verdächtige Gläser sollten auf keinen Fall geöffnet, sondern sofort den Sicherheitsbehörden gemeldet werden. Ein Sprecher von Hipp bezeichnete den Vorfall als "externen kriminellen Eingriff" und warnte eindringlich: "Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein."
Umfassender Rückruf und gesundheitliche Risiken
Als unmittelbare Reaktion hat Hipp vorsorglich sein gesamtes Sortiment an Babykostgläschen aus den Regalen der österreichischen Supermarktkette Spar zurückgerufen. Das Familienunternehmen mit bayerischen Wurzeln und heutigem Sitz in der Schweiz betonte, man könne nicht ausschließen, dass durch die Manipulation ein gefährlicher Stoff in das Produkt gelangt sei.
Die Ages wies auf die erheblichen Gesundheitsgefahren durch Rattengift hin:
- Wirkstoffe können die Blutgerinnung massiv beeinträchtigen.
- Mögliche Folgen sind Zahnfleisch- oder Nasenbluten.
- Außerdem können blaue Flecken oder Blut im Stuhl auftreten.
Eltern, deren Kinder entsprechende Hipp-Nahrung konsumiert haben und solche Symptome zeigen, sollten umgehend ärztlichen Rat einholen.
Internationale Ermittlungen und Verwirrung
Die Hintergründe des Falls scheinen komplex. Nach Angaben der österreichischen Polizei gab es einen entscheidenden Hinweis aus Deutschland, der zu den laufenden Ermittlungen führte. Zunächst herrschte Verwirrung über den internationalen Umfang. Die Ages korrigierte ihre ersten Meldungen über zwei betroffene Supermärkte in Tschechien und nannte schließlich nur die Filiale in Eisenstadt als bestätigten Ort.
Jedoch berichtete die Polizei Burgenland später, dass auch in Tschechien und der Slowakei verdächtige Gläser sichergestellt worden seien. Bislang wurde unter den aus den Regalen genommenen Produkten in Österreich kein weiteres manipuliertes Glas entdeckt. Die Behörden gehen jedoch davon aus, dass vor der Räumung der Regale möglicherweise bereits Gläser gekauft worden sein könnten.
Die offizielle Empfehlung lautet: Eltern sollten ungenutzte Gläschen an den Supermarkt zurückgeben und sich bei der Polizei melden, falls ihnen etwas Verdächtiges aufgefallen ist. Dies diene auch der Sicherung möglicher Beweismittel für die weiteren Ermittlungen in diesem besorgniserregenden Fall von Lebensmittelkriminalität.



