Erneuter Stromausfall in Nikolassee: Haushalte wieder versorgt, Erinnerung an großen Blackout
Stromausfall in Nikolassee: Haushalte wieder am Netz

Erneuter Stromausfall in Berlin-Nikolassee: Alle Haushalte wieder am Netz

Rund drei Monate nach dem tagelangen Stromausfall im Berliner Südwesten ist es in einem Teil des damals betroffenen Gebiets erneut zu einer Unterbrechung der Stromversorgung gekommen. In Nikolassee fiel am Freitagabend gegen 22:00 Uhr der Strom aus, wie der Netzbetreiber Stromnetz Berlin GmbH mitteilte. Betroffen waren die Straßen Kirchweg, Schopenhauerstraße, Von-Luck-Straße, Waldrebensteig, Wasgenstraße und die umliegenden Bereiche.

Schnelle Behebung der Störung

Die Störung konnte laut Angaben eines Sprechers des Netzbetreibers zeitnah behoben werden. Erste Haushalte waren bereits gegen 22:40 Uhr wieder mit Strom versorgt, und gegen 23:35 Uhr waren alle 1.314 betroffenen Haushalte wieder am Netz. Zu der genauen Ursache des Stromausfalls konnte der Sprecher bislang keine Angaben machen. Die Polizei verstärkte während des Vorfalls ihre Streifentätigkeit in dem Gebiet, um ansprechbar zu sein und das Sicherheitsgefühl der Anwohner zu stärken.

Erinnerung an den großen Blackout im Januar

Der aktuelle Vorfall erinnert stark an den bislang längsten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte in Berlin, der Anfang Januar stattfand. Damals waren nach einem mutmaßlich von Linksextremisten begangenen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Südwesten der Stadt rund 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe teils tagelang ohne Strom und Heizung. Bei eisigen Temperaturen und Schnee flüchteten Tausende Berliner in Hotels, und der Senat kündigte an, die Kosten zu übernehmen.

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Millionen-Belohnung und Ermittlungen

Um die Täter des Januar-Anschlags zu finden, wurde eine Millionen-Belohnung für Hinweise ausgelobt, die jedoch am 24. Februar ablief. Bislang ist nichts von einem Fahndungserfolg bekannt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach Anfang Februar von einer Vielzahl von Hinweisen und hoffte auf Tipps aus der linksextremistischen Szene. Ende März durchsuchten Polizisten bei einer großangelegten Razzia Wohnungen in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz im Zusammenhang mit einem weiteren mutmaßlich linksextremen Brandanschlag im September 2025, der einen massiven Blackout in Treptow-Köpenick verursachte.

Auswirkungen und aktuelle Situation

Der Senat hat während des Januar-Blackouts angekündigt, die Kosten für betroffene Bürger zu übernehmen, wobei die Auszahlung über den Bezirk Steglitz-Zehlendorf läuft. In etwa 700 Fällen sei das Geld bereits ausgezahlt oder die Anträge positiv beschieden worden. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe äußerte sich nicht zu den eingegangenen Hinweisen seit Bekanntgabe der Belohnung. Der aktuelle Stromausfall in Nikolassee unterstreicht die anhaltende Verwundbarkeit der Strominfrastruktur und die psychologische Belastung für die Anwohner nach den vorangegangenen Vorfällen.

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