Studie: Zuckerhaltige Getränke erhöhen Leberkrebsrisiko
Zucker-Drinks erhöhen Leberkrebsrisiko

Wer regelmäßig zuckerhaltige Softdrinks konsumiert, könnte ein erhöhtes Risiko für bestimmte Leberkrebsformen haben. Das zeigt eine neue Studie, die Daten von mehr als 1,5 Millionen Erwachsenen aus elf Langzeitstudien in den USA und Europa auswertete. Für künstlich gesüßte Getränke fanden die Forscher dagegen keinen unabhängigen Zusammenhang.

Größte Analyse zu Getränken und Leberkrebs

Ein internationales Forschungsteam analysierte für die bislang umfangreichste Untersuchung zu diesem Thema elf Langzeitstudien. Alle Teilnehmer waren zu Beginn der Studien krebsfrei. Über einen durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von rund 18 Jahren wurden insgesamt 2811 Fälle von Leberkrebs registriert. Die Wissenschaftler berücksichtigten bei ihrer Auswertung Faktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Rauchen, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität und Diabetes. Erstmals wurden auch künstlich gesüßte Getränke in diesem Umfang untersucht.

Deutlicher Risikoanstieg für HCC und ICC

Die Ergebnisse bestätigen frühere Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Getränken und den beiden häufigsten Leberkrebsformen. Konkret stieg das Risiko pro täglich konsumiertem Zuckerdrink für Leberzellenkrebs (HCC) um 10 Prozent und für Gallengangskrebs (ICC) um 15 Prozent. „Dieser Anstieg ist signifikant und sollte ernst genommen werden“, kommentiert ein Studienautor.

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Kein Risiko durch Süßstoffe

Keinen Zusammenhang fanden die Forscher zwischen künstlich gesüßten Getränken und Leberkrebs insgesamt – auch nicht bei HCC und ICC. Dies ist bemerkenswert, da besonders Aspartam nach der Einstufung als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ durch die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) im Jahr 2023 unter Beobachtung stand. Die Autoren erklären den scheinbaren Widerspruch: Menschen, die bereits an Diabetes leiden oder übergewichtig sind, greifen häufiger zu Diät-Getränken, um Zucker zu sparen. Da Diabetes selbst ein starker Risikofaktor für Leberkrebs ist, entstand in einfachen Analysen der Eindruck, der Süßstoff verursache Krebs. Tatsächlich ist es jedoch der Diabetes der Konsumenten.

Zucker schädigt Leber unabhängig von Diabetes

Bei zuckerhaltigen Getränken blieb das Risiko für HCC und ICC auch dann bestehen, wenn Diabetes als Faktor berücksichtigt wurde. Dies deutet darauf hin, dass Zucker die Leber zusätzlich auf anderen Wegen schädigt. Die Forscher vermuten, dass dies über Fettleber, Entzündungen oder oxidativen Stress geschehen könnte.

Stärken und Grenzen der Studie

Die Autoren betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Sie zeigt statistische Zusammenhänge, kann aber nicht beweisen, dass zuckerhaltige Getränke Leberkrebs verursachen. Zudem beruhte die Erfassung des Getränkekonsums überwiegend auf Selbstangaben, was zu Ungenauigkeiten führen kann. Trotz dieser Einschränkungen sprechen die Ergebnisse dafür, zuckerhaltige Getränke weiter kritisch zu betrachten und den Konsum zu reduzieren.

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