Die Berliner Senatsumweltverwaltung ruft die Bürger dazu auf, Straßenbäume in heißen, trockenen Perioden zu gießen. Doch nicht alle Bäume benötigen zusätzliche Bewässerung, und falsches Gießen kann mehr schaden als nutzen. Der Senat gibt konkrete Tipps, wie man den Bäumen wirklich hilft.
Jungbäume brauchen regelmäßige Bewässerung
Besonders Jungbäume sind auf Unterstützung angewiesen. Ein Baum mit einem Stammumfang von etwa 25 Zentimetern benötigt zwischen April und August zweimal im Monat rund 100 Liter Wasser. Auch Bäume, die fünf bis zehn Jahre am Standort stehen, sollten bei anhaltender Trockenheit und Hitze zweimal monatlich mit 50 bis 75 Litern gegossen werden.
Ältere Bäume, die seit mehr als zehn Jahren stehen, müssen in der Regel nicht zusätzlich bewässert werden. Ihre Wurzeln reichen tief genug, um sich selbst zu versorgen. Ein Altbaum benötigt 200 bis 400 Liter Wasser pro Tag – kleinere Mengen wären laut Senat reine Trinkwasserverschwendung.
Richtige Technik und Zeitpunkt
Die besten Zeiten zum Gießen sind die Morgen- und Abendstunden, da das Wasser dann weniger verdunstet und besser in die Tiefe sickert. Der Baum sollte langsam und nah am Stamm gegossen werden, damit die Wurzeln nicht durch einen harten Wasserstrahl freigespült werden.
Die Umweltverwaltung betont, dass ausreichend Wasser verwendet werden muss. Werden nur kleine Mengen und zu häufig gegossen, bilden sich die Wurzeln nur oberflächlich. Eine tiefgründige Bewurzelung ist jedoch entscheidend, damit der Baum sich langfristig selbst versorgen kann.
Zu viel Wasser schadet
Übertreiben sollte man es jedoch nicht: Bei zu viel Wasser kann der Standort vernässen, die Wurzeln bekommen zu wenig Sauerstoff und sterben ab. Aus diesem Grund rät die Senatsverwaltung auch von Wassersäcken ab. Zudem könnten sich unter den Säcken Pilze bilden, die den Baum schädigen.
Wer den Wasserbedarf der Bäume vor der eigenen Haustür prüfen möchte, kann die Plattform „Gieß den Kiez“ nutzen. Auf einer interaktiven Karte sind die Straßenbäume erfasst, inklusive Baumart, Pflanzjahr und Wasserbedarf. Nutzer können dort auch vermerken, wenn sie gegossen haben.



