Stille Anrufe: Was hinter Silent Calls steckt und wie Sie sich schützen
Stille Anrufe: Was hinter Silent Calls steckt

Stille Anrufe, bei denen am anderen Ende niemand spricht, sind vielen bekannt. Diese sogenannten Silent Calls entstehen häufig durch automatische Wählsysteme. Während sie oft harmlos sind, können sie auch der erste Schritt für spätere Betrugsversuche sein, wie die Bundesnetzagentur erklärt.

Wie Silent Calls entstehen

Viele Unternehmen nutzen automatische Telefonie-Systeme, um Anrufe effizienter abzuwickeln. Dialer wählen Telefonnummern selbstständig aus einer Kontaktliste, sodass Mitarbeiter nicht jede Nummer einzeln anwählen müssen. Noch weiter gehen Predictive Dialer, die mehrere Personen gleichzeitig anrufen und den Anruf erst mit einem freien Mitarbeiter verbinden. Sind alle Mitarbeiter im Gespräch, bleibt es für den Angerufenen still. Diese Silent oder Lost Calls sind lästig, aber grundsätzlich ungefährlich.

Wann Silent Calls problematisch werden

Anders sieht es aus, wenn sich solche Anrufe häufen oder zu ungewöhnlichen Zeiten erfolgen. Die Bundesnetzagentur wertet Anrufe vor 8 Uhr, nach 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen als unzumutbare Belästigung und kann gegen eine rechtswidrige Rufnummernnutzung vorgehen.

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Automatisierte Anrufsysteme werden nicht nur von Callcentern eingesetzt. Sie dienen auch dazu, massenhaft zu überprüfen, welche Telefonnummern aktiv sind und wann jemand erreichbar ist. Diese Daten können später für Werbeanrufe oder gezielte Betrugsmaschen genutzt werden. Verifizierte Telefonnummern werden gehandelt und bilden die Grundlage für Phishing-Anrufe, mit denen Kriminelle an persönliche Daten oder Geld gelangen wollen.

So schützen Sie sich

Der wirksamste Schutz ist einfach: Bei unbekannten Nummern – besonders aus dem Ausland – möglichst nicht rangehen und keinesfalls zurückrufen. Bereits eine kurze Verbindung kann ausreichen, damit Ihre Telefonnummer als aktiv erkannt wird, warnt der Sicherheitsanbieter Bitdefender. Ein Gespräch muss dafür gar nicht stattfinden.

Zusätzlich empfiehlt die Bundesnetzagentur, sich beim eigenen Telefonanbieter nach Sperrfunktionen zu erkundigen. Viele Netzbetreiber ermöglichen es, einzelne Rufnummern oder sogar komplette Rufnummernblöcke zu blockieren.

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