Berlin-Spandau: Gesundheitsamt warnt vor Bakterien im Spektesee
Spektesee in Spandau: Keimbelastung – Badeverbot bei Hitze

Gesundheitsamt Spandau warnt vor Badeverbot am Spektesee

Das Gesundheitsamt des Berliner Bezirks Spandau hat ein dringendes Badeverbot für den Spektesee im Ortsteil Falkenhagener Feld ausgesprochen. Grund sind massiv erhöhte Keimwerte, die bei einer routinemäßigen Wasseruntersuchung festgestellt wurden. Die Behörde rät „vorsorglich vom Baden und vom direkten Wasserkontakt ab“, wie Stadträtin Tanja Franzke (CDU) mitteilte.

Hohe Belastung mit Fäkalkeimen

Konkret wurden „sehr hohe Einzelwerte“ für die Bakterien Escherichia coli (E. coli), intestinale Enterokokken sowie coliforme Bakterien nachgewiesen. Diese deuteten auf „fäkale Verunreinigungen des Gewässers“ hin, so das Gesundheitsamt. Ein Kontakt mit dem belasteten Wasser könne insbesondere bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem zu gesundheitlichen Beschwerden wie Magen-Darm-Erkrankungen und weiteren Infektionen führen. Der See wird erst wieder zum Baden freigegeben, sobald die Werte normal sind.

Beliebter Badesee mit Geschichte

Der Spektesee im Westen Spandaus ist ein kleiner, bei Familien beliebter Badesee, der aus einer ehemaligen Kiesteichgrube aus den 1960er Jahren entstand. Die angrenzende Straße Am Kiesteich erinnert daran. Im Untergrund soll auch Bauschutt vom U-Bahnbau nach Spandau gelandet sein, der aber wieder entfernt wurde. Nicht alle Uferböschungen gelten als stabil. Der Name „Spekte“ stammt vom gleichnamigen Bach, der durch den Grünzug fließt.

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Bis 2018 war das Baden offiziell nicht erlaubt, doch Anwohner und Kinder nutzten den See dennoch. Dann wurde die heutige Badestelle mit Kiosk, Sandstrand und einem Zaun gegen Hunde und Wildschweine eröffnet. Damals wurden Geröll aus dem Wasser geholt und Sand für eine Nichtschwimmerzone aufgeschüttet – Kosten: 1,4 Millionen Euro. Zur Verbesserung der Wasserqualität wurden Fütterungsstellen für Wasservögel zurückgebaut und die Badezone auf eine Bucht konzentriert. Hunde sind weiterhin verboten, und durch Bepflanzung mit Sträuchern und Röhricht sollen die Ufer stabilisiert werden.

Ähnliche Probleme am Glienicker See

Erst kürzlich gab es auch am Glienicker See im Ortsteil Kladow Probleme: Schwimmer klagten über Hautreizungen durch Wasserpflanzen. Daraufhin wurde das Grünzeug entfernt, was jedoch laut Rathaus Spandau nicht gut für den See war.

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