Aktuell locken gleich fünf Banken mit Tagesgeld-Zinsen von rund 4,0 Prozent. Angesichts der Inflation von 2,3 Prozent im Juni 2026 (Statistisches Bundesamt) können Sparerinnen und Sparer so die Kaufkraft ihrer Rücklagen erhalten oder sogar steigern. Doch die Angebote unterscheiden sich deutlich in Zinsgarantie, Anschlusszins, Nebenbedingungen und steuerlicher Behandlung. Wir vergleichen die fünf Top-Angebote.
Die fünf Angebote mit rund 4 Prozent Zinsen im Überblick
Die Spitzenreiter im Tagesgeld-Vergleich für Juli 2026 sind Bigbank (4,05 % p.a.), Norisbank (4,00 % p.a.), Crédit Agricole (4,00 % p.a.), Advanzia Bank (3,97 % p.a.) und Chase (4,00 % p.a.). Den höchsten Zinssatz bietet die Bigbank mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,05 Prozentpunkten. Allerdings sind auch andere Faktoren entscheidend: die Länge der Zinsgarantie, der Anschlusszins, die Einlagensicherung sowie eventuelle Sonderbedingungen wie die Eröffnung eines Girokontos.
Zinsgarantie: Zwei Angebote mit langer Bindung
Die längste Zinsgarantie bietet die Crédit Agricole: Der Zinssatz von 4,00 % gilt bis zum 31. Januar 2027, also knapp sieben Monate. Die Norisbank garantiert den Zins bis zum 31. Dezember 2026. Die anderen Banken gewähren kürzere Garantien: Bigbank und Chase vier Monate, Advanzia Bank drei Monate. Für Sparer, die Wert auf Planbarkeit legen, sind die langen Bindungen attraktiv – auch wenn sie ein Girokonto voraussetzen.
Anschlusszins: Bigbank vorn
Nach Ablauf der Zinsgarantie zahlen die Banken unterschiedliche Anschlusszinsen. Hier liegt die Bigbank mit 2,25 % p.a. vorn, gefolgt von Chase (2,0 %), Advanzia Bank (1,51 %) und Norisbank (0,75 %). Bei der Crédit Agricole ist der Anschlusszins noch nicht bekannt; die Bank will auf Basis der Marktbedingungen entscheiden. Da es sich um variable Zinssätze handelt, können sich diese jederzeit ändern.
Mindest- und Maximalanlagesummen
Die Aktionszinsen gelten meist nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen. Chase erlaubt Einlagen bis zu einer Million Euro, Norisbank und Bigbank bis 250.000 Euro. Die Crédit Agricole begrenzt die Einlage auf 10.000 Euro – das Konto eignet sich also eher für den Notgroschen. Die Advanzia Bank hat keine Obergrenze, verlangt aber eine Mindesteinlage von 5.000 Euro für den Aktionszins. Hinweis: Die gesetzliche Einlagensicherung deckt nur 100.000 Euro pro Kunde ab; größere Summen sollten auf mehrere Banken verteilt werden.
Einlagensicherung: Deutsche Banken gelten als besonders sicher
Alle fünf Angebote unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung nach EU-Standard (100.000 Euro). Norisbank und Chase sind im deutschen Sicherungssystem, das als besonders sicher gilt, da Deutschland von Standard & Poor's mit der Bestnote AAA bewertet wird. Die Crédit Agricole unterliegt dem französischen, die Bigbank dem estnischen und die Advanzia Bank dem luxemburgischen Fonds. Luxemburg hat ebenfalls AAA-Rating, Frankreich und Estland sind mit A+ bewertet.
Nebenbedingungen: Girokonto bei zwei Angeboten erforderlich
Bei der Norisbank müssen Kunden ein Girokonto eröffnen und mindestens drei Zahlungsverkehrsverbindungen umstellen; dafür gibt es eine Prämie von 120 Euro. Das Konto ist für unter 30-Jährige oder ab 500 Euro Geldeingang kostenlos, sonst 3,90 Euro monatlich. Auch die Crédit Agricole verlangt ein kostenloses Girokonto. Chase, Advanzia Bank und Bigbank bieten die Tagesgeldkonten ohne weitere Bedingungen an.
Steuerliche Behandlung: Ausländische Banken zahlen brutto
Bei der Crédit Agricole, Advanzia Bank und Bigbank erfolgt kein automatischer Steuerabzug – die Zinsen werden brutto ausgezahlt. Sparer müssen die Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer selbst in der Steuererklärung (Anlage KAP) angeben. Norisbank und Chase führen die Steuer dagegen automatisch ab; ein Freistellungsauftrag kann den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro nutzen.
Fazit: Welches Angebot passt zu wem?
Die Wahl hängt von den persönlichen Prioritäten ab. Wer die höchsten Zinsen und einen guten Anschlusszins sucht, ist bei der Bigbank richtig – allerdings mit etwas Steueraufwand. Eine lange Zinsgarantie bieten die Norisbank und Crédit Agricole, jedoch nur mit Girokonto. Bei der Crédit Agricole ist die maximale Einlage von 10.000 Euro zu bedenken. Am unkompliziertesten ist Chase: keine Nebenbedingungen, keine Steuerbesonderheiten. Die Advanzia Bank ist ebenfalls attraktiv, bietet aber keinen entscheidenden Vorteil gegenüber den anderen.



