In Deutschland zeichnet sich ein Wandel im Zahlungsverhalten ab. Laut einer aktuellen Untersuchung der Bundesbank wurden digitale Zahlungsmittel wie Debitkarten, Apple Pay und Google Pay im vergangenen Jahr erstmals häufiger genutzt als Bargeld. Die Studie, die regelmäßig das Zahlungsverhalten der Deutschen erfasst, zeigt fünf herausragende Zahlen.
Weniger Bargeld im Portemonnaie
Der durchschnittliche Bargeldbestand in den Geldbörsen der Deutschen ist auf 98 Euro gesunken. Dies ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu früheren Jahren und ein Indikator für die zunehmende Nutzung digitaler Bezahlmethoden.
Erstmals digitale Zahlungsmittel vorn
Im Jahr 2023 wurden digitale Zahlungsmittel wie Debitkarten, Kreditkarten und Mobile-Payment-Dienste zum ersten Mal häufiger für alltägliche Einkäufe genutzt als Bargeld. Die Bundesbank spricht von einem Wendepunkt in der Zahlungskultur.
- Anteil der Transaktionen: Bargeld machte nur noch 48 Prozent der Transaktionen aus, während digitale Methoden auf 52 Prozent stiegen.
- Beliebteste Methode: Die Debitkarte (Girocard) ist mit 34 Prozent das am häufigsten genutzte digitale Zahlungsmittel.
- Mobile Payment: Apple Pay und Google Pay gewinnen an Bedeutung, ihr Anteil stieg auf 12 Prozent.
- Online-Banking: Überweisungen und Lastschriften bleiben für Rechnungen und Online-Käufe dominant.
Gründe für den Wandel
Die Bundesbank führt die Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück: die gestiegene Akzeptanz digitaler Zahlungen im Einzelhandel, die Bequemlichkeit und die zunehmende Verbreitung von Smartphones. Auch die Corona-Pandemie habe den Trend beschleunigt, da kontaktloses Bezahlen bevorzugt wurde.
Die Studie zeigt jedoch auch, dass Bargeld vor allem bei kleinen Beträgen und in bestimmten Bevölkerungsgruppen weiterhin beliebt ist. Ältere Menschen und Personen in ländlichen Gebieten nutzen häufiger Bargeld als jüngere Stadtbewohner.
Ausblick: Zukunft des Bargelds
Trotz des Trends prognostiziert die Bundesbank nicht das völlige Verschwinden des Bargelds. Es bleibe ein wichtiges Zahlungsmittel für bestimmte Situationen und biete Vorteile wie Anonymität und Unabhängigkeit von technischen Systemen. Dennoch sei davon auszugehen, dass der Anteil digitaler Zahlungen weiter steigen wird.



