Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS hat nach einem Bericht der kanadischen Zeitung „The Globe and Mail“ den milliardenschweren Auftrag zum Bau von bis zu zwölf U-Booten für Kanada erhalten. Damit setzte sich das Kieler Unternehmen im Bieterverfahren gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean durch. TKMS selbst lehnte eine Stellungnahme ab. Die Aktie von Thyssenkrupp legte zeitweise um elf Prozent zu.
Auftragswert und Gesamtvolumen
Der reine Auftragswert wird auf mehr als zehn Milliarden Euro geschätzt. Inklusive Wartung und Betrieb über die kommenden Jahrzehnte könnte das Gesamtvolumen laut kanadischen Medienberichten rund 100 Milliarden kanadische Dollar – umgerechnet etwa 62 Milliarden Euro – erreichen.
Strategische Bedeutung für Deutschland
TKMS-Chef Oliver Burkhard hatte den Auftrag zuletzt mit einem umfassenden Industriepaket zu untermauern versucht. Die Gespräche gingen weit über U-Boote hinaus und umfassten mögliche Investitionszusagen in den Bereichen Seltene Erden, Bergbau, Künstliche Intelligenz und Batterieproduktion. Unterstützt wurde das Unternehmen dabei von der Bundesregierung und dem Partner Norwegen.
Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, ein erfolgreicher Abschluss würde Kanada „für Jahrzehnte“ an Deutschland binden und einen „sehr guten Startpunkt für eine strategische Zusammenarbeit“ darstellen. Die Bundesregierung hatte gehofft, die Rüstungskooperation mit Kanada zum Nato-Gipfel mit dem Vertragsabschluss zu krönen. Das Spitzentreffen begann am Dienstag in der türkischen Hauptstadt Ankara.



