Die Sanierung der Berliner Waldbühne wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Statt der 2011 veranschlagten 1,6 Millionen Euro rechnet der Senat nun mit Baukosten von 11,3 Millionen Euro – rund das Siebenfache. Das berichtete zuerst der „Tagesspiegel“.
Gründe für die Kostenexplosion
Die Erneuerung der Treppen nach 90 Jahren erweist sich als sehr aufwendig. Zudem sei in die darunterliegenden Toiletten Feuchtigkeit durchgesickert, schreibt die Zeitung. Hinzu kommt ein jahrelanger Rechtsstreit mit dem ersten Planungsbüro. Die Senatsverwaltung nennt zudem die stark angestiegenen Baupreise als weiteren Faktor.
Die Arbeiten sollen noch 2026 beginnen und bis 2029 abgeschlossen sein. Gebaut wird jeweils nur im Winterhalbjahr von Oktober bis April, damit der Konzertbetrieb im Sommer ungestört weiterlaufen kann.
Pachtvertrag mit Eventim läuft 2027 aus
Die Bühne ist im Besitz des Landes Berlin. Aktueller Pächter ist das Unternehmen Eventim, das von Mai bis September Konzerte veranstaltet. Der Pachtvertrag endet Ende 2027. Die Berliner Grünen-Abgeordnete Klara Schedlich machte darauf aufmerksam, dass im Vertrag offenbar nicht vereinbart worden sei, dass der Betreiber einen Teil der Sanierungskosten trägt. Schedlich sagte dem „Tagesspiegel“: „Der Vertrag muss also dringend anders aufgesetzt werden, wenn er nächstes Jahr neu geschlossen wird.“
Geschichte der Waldbühne
Die Freilichtbühne im Olympiapark im Ortsteil Westend (Charlottenburg-Wilmersdorf) bietet 22.290 Zuschauern Platz. Erbaut wurde sie 1936 im Zuge der Olympischen Spiele. Ursprünglich hieß sie Dietrich-Eckart-Freilichtbühne – Eckart war ein rechtsextremer Publizist und Ideengeber Adolf Hitlers. Seit 1962 wird sie wegen ihrer guten Akustik vor allem für Konzerte genutzt. Jährlich besuchen mehr als 500.000 Menschen die Veranstaltungen.



