Orlopp wirbt in Brief um Treue der Commerzbank-Aktionäre
Orlopp wirbt in Brief um Treue der Commerzbank-Aktionäre

Orlopp appelliert an Aktionäre: Unicredit-Angebot ablehnen

Kurz vor dem Ende des Übernahmeangebots der italienischen Unicredit wirbt die Commerzbank bei ihren Aktionären um Loyalität. In einem veröffentlichten Brief, der von Vorstandsvorsitzender Bettina Orlopp unterzeichnet ist, heißt es: „Nehmen Sie das Angebot der Unicredit nicht an und bleiben Sie bei der Commerzbank investiert.“ Das Schreiben soll den Anteilseignern in den nächsten Tagen auch per Post zugehen.

Keine angemessene Prämie: Orlopp kritisiert Angebot

Orlopp betont in dem Brief, das laufende Angebot der Unicredit biete unverändert „keine angemessene Prämie“ für die Aktionäre. Der von Analysten ermittelte Zielkurs für Commerzbank-Aktien liege im Schnitt erheblich über dem Angebotspreis und dem aktuellen Aktienkurs: „Das Wertpotenzial Ihrer Aktie ist damit noch nicht ausgeschöpft.“

Frist läuft bis 3. Juli – Quartalszahlen als Argument

Die Annahmefrist für das Unicredit-Angebot läuft noch bis zum 3. Juli 2026. Orlopp verweist auf die bevorstehenden Zahlen für das zweite Quartal, die am 6. August 2026 veröffentlicht werden. „Wir sind zuversichtlich, Ihnen weitere Belege für die operative Stärke unseres Unternehmens zu liefern“, argumentiert sie. „Ihre Commerzbank-Aktie ist mehr wert.“

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Unicredit hält bereits knapp 40 Prozent

Die Unicredit hatte im Mai ein Tauschangebot vorgelegt: Für jede Commerzbank-Aktie bietet sie 0,485 eigene Aktien. In der regulären Übernahmefrist wurden 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient, woraufhin die Frist bis zum 3. Juli verlängert wurde. Zusammen mit dem bereits gehaltenen Aktienpaket von 26,77 Prozent hält die Unicredit rechnerisch fast 40 Prozent der Commerzbank-Aktien. Zudem verfügt sie über Finanzinstrumente, um auf weitere Aktien zuzugreifen.

Commerzbank verweist auf geringe Annahmequote

Die Commerzbank bekräftigt in dem Brief ihre Argumentation: Mehr als 500.000 Privatanleger und mehrere hundert Großinvestoren hätten bis Ende der regulären Annahmefrist nur gut ein Prozent der Aktien angedient. „Die bisherige Annahmequote unter unseren Aktionären spricht für sich.“ Der Rest der eingelieferten Aktien stamme von Banken, mit denen die Unicredit über Finanzinstrumente Geschäfte mache. Die Unicredit wies diese Vorwürfe wiederholt zurück.

Bund hält Anteile – Unicredit sieht Einsparpotenzial

Zudem wolle der Bund seinen Aktienanteil von rund 12 Prozent nicht verkaufen. Die Unicredit, die mit der Hypovereinsbank in Deutschland aktiv ist, sieht bei einer Übernahme Potenzial für Milliarden-Einsparungen, inklusive des Abbaus Tausender Jobs. Die italienische Bank war im September 2024 durch einen Aktienverkauf des Bundes in großem Stil bei der Commerzbank eingestiegen.

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