OHB-Chef: Europa kann SpaceX beim Satellitenbau Paroli bieten
OHB-Chef: Europa kann SpaceX beim Satellitenbau Paroli bieten

Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB hat erfolgreich 1,6 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 300 Euro platziert und damit 482 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt. Zeitgleich verkaufte der Finanzinvestor KKR 1,4 Millionen seiner Anteile und erlöste rund 400 Millionen Euro. Der Streubesitz steigt dadurch voraussichtlich auf etwa 20 Prozent.

Timing der Kapitalerhöhung bewusst gewählt

Vorstandschef Marco Fuchs betont im Handelsblatt-Podcast „Today“, dass der Zeitpunkt des Schritts kein Zufall war. „Es gibt einfach einen Boom in der Raumfahrt weltweit“, so Fuchs. OHB habe abgewartet, bis die Platzierung von SpaceX abgeschlossen war, und dann eine Woche später die eigene Absichtserklärung veröffentlicht.

Das frische Kapital will Fuchs breit einsetzen. Neben dem Ausbau der Fertigungskapazitäten für das milliardenschwere Satellitenprojekt der Bundeswehr sind Investitionen in Mondexploration, Infrastruktur im niedrigen Erdorbit sowie mögliche Zukäufe geplant.

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Europa kann bei Satellitenbau mithalten

Bei Raketen sei SpaceX „in a class of its own“, räumt Fuchs ein. Auch beim Satelliten-Internetnetz Starlink liege der US-Konzern ganz vorn. Doch beim Satellitenbau, der Erdbeobachtung, Navigation und Wissenschaft sei Europa führend – und SpaceX dort „überhaupt nicht tätig“. Mittelfristig strebt OHB die Aufnahme in den MDax an. „Ich glaube, dass das auch ein Ort ist, wo ein familiengeführtes mittelständisches Unternehmen in unserer Größenklasse sehr gut aufgehoben ist“, sagt Fuchs.

Glyphosat-Urteil entlastet Bayer

Außerdem im Podcast: Das höchste US-Gericht hat im milliardenschweren Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat Tausenden Klagen gegen Bayer die Grundlage entzogen. Bert Fröndhoff, Teamleiter Industrie beim Handelsblatt, spricht über das Kurspotenzial für die Aktie. Das Urteil des Supreme Courts entlastet den Dax-Konzern erheblich, da es die Rechtsunsicherheit reduziert und die Wahrscheinlichkeit künftiger Schadensersatzforderungen senkt.

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