Der Kinofilm über die Musiklegende Michael Jackson hat einen Rekord-Start hingelegt. Das Biopic mit dem Titel „Michael“ spielte am ersten Wochenende in den USA rund 97 Millionen Dollar (etwa 83 Millionen Euro) ein. „Das ist ein Rekord-Start für eine Musikbiografie“, erklärte der Branchenexperte David A. Gross von Franchise Entertainment Research. Der von Lions Gate vertriebene Film übertraf damit frühere Erfolge wie „Straight Outta Compton“ (2015, 60,2 Millionen Dollar) und „Bohemian Rhapsody“ (2018, etwa 51 Millionen Dollar) deutlich.
Internationale Erfolge und hohe Produktionskosten
Auch international zeigte sich ein großes Interesse: „Michael“ spielte am Startwochenende im Ausland rund 120,4 Millionen US-Dollar ein. „Von Anfang an deutete alles darauf hin, dass so etwas möglich war“, sagte Adam Fogelson, Vorsitzender von Lions Gate. Der Film spreche unterschiedlichste Menschen an: „Wir verzeichneten ein enormes Interesse in allen denkbaren Zielgruppen.“ Die Produktionskosten des Films werden auf rund 200 Millionen Euro geschätzt, ein großer Teil davon wurde bereits am ersten Wochenende wieder eingespielt.
Kontroversen und Kritik
Der Film ist jedoch höchst umstritten. Teile von Jacksons Familie kritisieren ihn massiv. Seine Schwester Janet Jackson lehnte eine Beteiligung oder einen eigenen Auftritt ab. Michaels Tochter Paris Jackson nannte den Film „beschönigend“, „voll mit Ungenauigkeiten“ und „kompletter Lügen“. Er richte sich an Fans, „die noch immer in der Fantasie leben“. Sie habe „null Prozent Beteiligung“ an dem Film und sei nicht konsultiert oder sinnvoll einbezogen worden.
Der Film zeichnet Jacksons Karriere nach, lässt jedoch einen zentralen Teil seines Lebens aus: die Vorwürfe des sexualisierten Missbrauchs von Kindern. Jackson selbst und seine Familie beteuerten stets seine Unschuld, obwohl der Popstar einräumte, mit fremden Kindern ein Schlafzimmer geteilt zu haben. In seinem einzigen Strafprozess im Jahr 2005 wurde er freigesprochen. Die Hauptrolle spielt Jacksons Neffe Jaafar Jackson.
Probleme bei der Produktion
Bei der Produktion von „Michael“ gab es wiederholt Probleme. So musste der Film in Teilen neu gedreht werden. Ursprünglich sollte der Film im Jahr 1993 enden, als der damals 13-jährige Junge Jordan Chandler, der Sohn eines Freunds von Jackson, Ermittlern gegenüber einen angeblichen Missbrauch beschrieb. Die Geschichte wurde durch einen Vergleich aus der Welt geschafft, rund 20 Millionen Dollar sollen an die Chandlers geflossen sein. Michael Jackson als naives Opfer einer geldgierigen Familie – das sei das vorgesehene Ende gewesen.
Doch dann stellte sich heraus, dass die Jackson-Erben offenbar das Kleingedruckte des Vergleichs übersehen hatten. Nicht nur die Familie Chandler hatte sich verpflichtet, künftig zu schweigen – auch Michael Jacksons Leute. Sollte es jemals eine „Dramatisierung“ von Michaels Leben geben, dürften die Chandlers nicht darin auftauchen. Das letzte Drittel des Films landete somit in der Tonne. Laut dem Branchenblatt „Variety“ musste im Juni vergangenen Jahres nachgedreht werden, die Extrakosten beliefen sich auf rund 15 Millionen Dollar.



