Markenstreit um „Krispy Kebab“: Bielefelder Dönerkette fordert KFC heraus
Markenstreit: Dönerkette legt sich mit KFC an

Markenkonflikt zwischen Dönerkette und Fast-Food-Riese

Im Zentrum eines ungewöhnlichen Markenrechtsstreits steht der Name „Krispy Kebab“. Während die gleichnamige Bielefelder Dönerkette seit Jahren unter dieser Bezeichnung operiert, hat der US-Fast-Food-Konzern Kentucky Fried Chicken (KFC) kürzlich ein neues Hühnchengericht mit identischem Namen auf den deutschen Markt gebracht. Dies hat zu erheblichen Irritationen und rechtlichen Auseinandersetzungen geführt.

Vorwürfe der Namensübernahme

Sergen Kolcu, Gründer und Chef der 2017 ins Leben gerufenen Dönerkette Krispy Kebab, äußert sich verärgert über die Vorgehensweise des internationalen Konzerns. „Sie nutzen einfach unseren Namen, den ich seit fast einem Jahrzehnt mühsam als Marke aufgebaut habe“, erklärt Kolcu gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Bielefeld. Besonders auffällig sei dabei die Schreibweise mit „K“ statt des bei KFC üblichen „C“ (wie in „Crispy“), was den Eindruck einer gezielten Übernahme verstärke.

Kolcu hat bereits rechtliche Schritte eingeleitet und KFC aufgefordert, die Nutzung des Namens zu unterlassen. Sollte der Fast-Food-Riese nicht reagieren, droht eine Klage. Der Unternehmer betont, dass er „Krispy Kebab“ markenrechtlich schützen ließ und über ein Franchise-Netzwerk mit 16 weiteren Standorten verfügt, die exklusiv diesen Namen verwenden dürfen.

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Kurioses Werbevideo und Reaktion von KFC

Ein Werbevideo von KFC, in dem der neue Döner zur Musik des Prinzen-Songs „Alles nur geklaut“ präsentiert wird, empfindet Kolcu als besonders provokant. In dem Spot wird gesungen, dass Kebab schon lange existiere und nun endlich bei KFC erhältlich sei. Für den Dönerbuden-Betreiber ist dies eine klare Anspielung auf den vermeintlichen Diebstahl seines Markennamens.

KFC Deutschland weist die Vorwürfe jedoch zurück. Das Unternehmen teilt mit, dass der Produktname im Rahmen einer internationalen Entwicklung entstanden sei und in vielen europäischen Märkten verwendet werde. „Klar ist trotzdem: Wir wollen keinen Beef – unser Fokus liegt bekanntlich auf Chicken“, so die Stellungnahme. Mit dem englischen Begriff „Beef“ spielt KFC sowohl auf Rindfleisch als auch umgangssprachlich auf Streit an.

Folgen für Kunden und mögliche Kooperation

Die Namensgleichheit führt bereits zu Verwirrung unter den Kunden. Viele fragen bei der Bielefelder Dönerkette nach, ob eine Kooperation mit KFC bestehe, was Kolcu verneint. „Die Kundschaft droht nun teilweise bei KFC zu landen, in der Annahme, dass es dort denselben Krispy Kebab gibt wie bei uns“, erklärt der Unternehmer. Dies könne langfristig zu Umsatzeinbußen führen.

Interessanterweise zeigt sich Kolcu grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit. „Man könnte den Krispy Kebab ja zusammen machen, mit einer Soße von uns oder so“, schlägt er vor. Ein erstes Gespräch zwischen beiden Parteien am Montag verlief jedoch ergebnislos. Während Kolcu betont, dass noch kein gemeinsamer Nenner gefunden wurde, lässt KFC mit der Aussage „Mal schauen, was hier noch gemeinsam möglich ist“ die Tür für weitere Verhandlungen offen.

Der Ausgang dieses Markenstreits bleibt abzuwarten, doch eines ist bereits klar: Der Kampf um den Namen „Krispy Kebab“ hat das Potenzial, zu einem beispielhaften Fall im deutschen Markenrecht zu werden.

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