Galeria in neuer Zahlungskrise: Vermieter berichten von ausgebliebenen Mieten
Der angeschlagene Warenhauskonzern Galeria befindet sich offenbar erneut in einer tiefgreifenden finanziellen Krise. Nach Informationen der Immobilien Zeitung hat das Unternehmen mehrere Vermieter um eine Stundung der Mietzahlungen gebeten. Besonders brisant: Für den Monat April sollen in einigen Fällen bislang überhaupt keine Zahlungen eingegangen sein, wie betroffene Eigentümer gegenüber dem Branchendienst bestätigen.
Vermieter lehnen Stundungsgesuche ab
Mehrere Immobilieneigentümer haben entsprechende Gespräche mit Galeria bestätigt. Ein Vermieter schildert die Situation konkret: „Galeria wollte die Mieten für April und September 2026 zinslos aufschieben und erst 2027 zurückzahlen.“ Für viele Eigentümer kommt diese Lösung jedoch nicht infrage. „Nach drei Insolvenzen fehlt uns der Glaube an die Zukunft des Konzepts“, so ein betroffener Vermieter, der die Stundung ablehnte.
Zudem berichten mehrere Vermieter, dass die April-Miete bislang vollständig ausgeblieben sei. Auf Nachfragen habe es teilweise keinerlei Reaktion von Seiten des Warenhauskonzerns gegeben. Eine Stundung bedeutet im wirtschaftlichen Kontext, dass eine fällige Zahlung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. Konkret heißt das: Der Schuldner – in diesem Fall Galeria – erhält mehr Zeit für die Begleichung der Verbindlichkeit, muss den Betrag jedoch zu einem festgelegten späteren Termin vollständig zurückzahlen.
Drohen neue Filialschließungen?
Eine offizielle Stellungnahme von Galeria war zunächst nicht zu erhalten. Gegenüber der Immobilien Zeitung erklärte eine Unternehmenssprecherin lediglich, man äußere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verhandlungen. Hinter den Kulissen laufen die Gespräche jedoch offenbar auf Hochtouren. Dem Bericht zufolge soll Galeria bereits mehrere Vermieter kontaktiert und um eine Anpassung der Mietkonditionen gebeten haben.
Die Rede ist dabei von einer sogenannten „Flexibilisierung“ der Mietvereinbarungen. Andernfalls könnten einzelne Standorte des Warenhauskonzerns auf der Kippe stehen, was neue Filialschließungen zur Folge hätte. Diese Entwicklung wäre besonders kritisch, da das Filialnetz bereits in den vergangenen Jahren massiv verkleinert wurde.
Drei Insolvenzen und anhaltende Probleme
Galeria kämpft bereits seit Jahren um das wirtschaftliche Überleben – und ein Ende der Probleme ist nicht in Sicht. Der Warenhauskonzern musste in seiner jüngeren Vergangenheit bereits dreimal Insolvenz anmelden: in den Jahren 2020, 2022 und 2024. In der Folge wurde das Filialnetz drastisch reduziert, sodass heute nur noch 83 Standorte übrig geblieben sind.
Gleichzeitig bleiben die Umsätze im laufenden Geschäftsjahr hinter den Erwartungen zurück. Zwar schreibt Galeria operativ noch schwarze Zahlen, doch ein großer Kostenfaktor drückt weiterhin erheblich auf die Bilanz: die Mietkosten. Branchenkreisen zufolge zahlt das Unternehmen jährlich bis zu 120 Millionen Euro für seine Standorte – eine Summe, die zunehmend zur existenziellen Belastung wird.
Investoren unter Druck
Hinter Galeria stehen eigentlich finanzstarke Investoren: Mehrheitseigner ist die US-Investmentfirma NRDC rund um die Familie Baker. Hinzu kommen Unternehmer Bernd Beetz und der Finanzinvestor Bain Capital. Doch auch in diesen Kreisen gibt es offenbar Unruhe. Ein wichtiger Top-Manager soll das Unternehmen bereits verlassen haben – ein weiteres Warnsignal in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage.
Die aktuelle Entwicklung wirft ernste Fragen zur Zukunftsfähigkeit des gesamten Warenhauskonzepts auf. Die Kombination aus ausgebliebenen Mietzahlungen, abgelehnten Stundungsgesuchen und der historischen Belastung durch drei Insolvenzen in kurzer Folge lässt wenig Raum für Optimismus. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Galeria diese neue Krise bewältigen kann oder ob weitere Standortschließungen unvermeidlich werden.



