Der US-Kabelkonzern Comcast spaltet sich in zwei börsennotierte Unternehmen auf. Das ertragsstarke Breitbandgeschäft wird von der Mediensparte um NBCUniversal und Sky getrennt, wie Comcast am Montag mitteilte. Die Aktie schoss im vorbörslichen Handel um mehr als 20 Prozent in die Höhe. Die Abspaltung soll in etwa einem Jahr abgeschlossen sein.
Gründe für die Aufspaltung
Der Schritt ist eine Reaktion auf den zunehmenden Druck durch Streaming-Rivalen und den Ausleseprozess der Branche. Während angestammte Medienfirmen versuchen, mit Anbietern wie Netflix mitzuhalten, dürfte der 110 Milliarden Dollar schwere Kauf von Warner Bros Discovery durch Paramount Skydance den Wettbewerb weiter verschärfen. Comcast, dessen Cash-Flow stark vom Kabelgeschäft abhängt, verliert zudem Breitbandkunden an Mobilfunkanbieter wie T-Mobile und Verizon sowie an Konkurrenten, die ihre Glasfasernetze ausbauen.
Zukunftspläne und Führungswechsel
„Der Deal, den wir ankündigen, wird einen unternehmerischeren Managementansatz ermöglichen und viele neue Möglichkeiten für jedes Geschäft eröffnen“, sagte der Chairman und Co-Chef von Comcast, Brian Roberts. Die neue Firma um NBCUniversal soll künftig Mike Cavanagh, der derzeitige Co-Chef von Comcast, leiten. Der frühere Finanzchef Michael Angelakis wird als Chef zum verbleibenden Kabelgeschäft von Comcast zurückkehren.
Auswirkungen auf den Markt
Die Ankündigung führte zu einem deutlichen Kursanstieg der Comcast-Aktie im vorbörslichen Handel. Analysten sehen in der Aufspaltung einen strategischen Schritt, um die unterschiedlichen Geschäftsbereiche besser zu fokussieren und auf die Herausforderungen des sich wandelnden Medienmarktes zu reagieren. Die Trennung von Kabel- und Mediengeschäft könnte auch für andere Branchenriesen als Vorbild dienen.



