Andere Länder, andere Sitten – und manchmal reicht ein falscher Handgriff, um sich im Urlaub gründlich zu blamieren. Die Übersicht zeigt, welche Benimmregeln und Umgangsformen wo gelten.
Japan: Leise sprechen, WC-Schuhe, kein Trinkgeld
Viele europäische Urlauber berichten, wie komplex die Regeln in Japan sind. Laut sein ist tabu. Das gilt in der Öffentlichkeit genauso wie in den eigenen vier Wänden. Leise sprechen, keine Gefühlsausbrüche, wenig Gestik – so zeigt man Respekt, wie auch TRAVELBOOK berichtet.
Wer ein Haus betritt, zieht die Schuhe aus und stellt sie mit der Spitze zur Tür. Oft stehen Pantoffeln bereit. Für das Bad gibt es eigene Toilettenpantoffeln, häufig mit roter Sohle. Sie bleiben nach dem Toilettengang dort.
Trinkgeld ist unüblich und kann sogar als Beleidigung gelten. Feilschen ebenfalls unerwünscht.
Frankreich: Höflich fragen, nicht einfach setzen
Auch in Frankreich gibt es Regeln, die Deutsche überraschen. Statt direkt Englisch zu sprechen, sagt man besser: „Excusez-moi, parlez-vous anglais?“
Im Restaurant setzt man sich nicht einfach an einen freien Tisch. Man wartet auf den Kellner. Rechnungen zahlt eine Person und teilt später auf. Trinkgeld bleibt, wenn gewünscht, auf dem Teller liegen.
Baguette wird nicht geschnitten, sondern abgebrochen. Käse schneidet man seitlich ab.
Vereinigtes Königreich: Höflichkeit ist Pflicht
„How do you do?“, „How are you?“ oder „Nice to meet you!“ – so begrüßt man sich im Vereinigten Königreich. Ehrliche Seelen-Analysen sind nicht gefragt. Ein „Fine, thank you“ reicht.
Man bedankt und entschuldigt sich oft. Gefühle zeigt man sparsam. Spott über das Königshaus, die englische Nationalmannschaft oder Kritik am Brexit kommen schlecht an.
Im Pub gibt es kein Trinkgeld, sondern „one for yourself“, also ein Bier für den Barkeeper.
Bali und Indien: Kleidung und Hände beachten
Auf Bali führten Fehltritte von Touristen zu Einschränkungen und Gesetzen. Öffentliche Liebesbekundungen sind tabu. Tempel betritt man nur mit bedeckten Schultern, Oberarmen und Knien, etwa mit Sarong. Oben ohne sonnen ist unerwünscht, teils auch Bikini.
In Indien greift man niemals mit der linken Hand nach Essen und schüttelt mit ihr keine Hände. Sie gilt als unrein. Begrüßt wird mit zusammengelegten Händen und leichter Verbeugung.
Schuhe bleiben vor Innenräumen draußen. Gegessen wird oft mit der rechten Hand, mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Am Ende gibt es häufig Reis, von dem man nur wenig essen sollte, damit der Gastgeber nicht denkt, man habe noch Hunger.



