Mallorca plant Kulturwandel: Von der Party-Hochburg zur Kulturhauptstadt Europas 2031
Mallorca: Vom Ballermann zur Kulturhauptstadt Europas 2031

Mallorca plant Kulturwandel: Von der Party-Hochburg zur Kulturhauptstadt Europas 2031

Sonnenverbrannte Körper, dicht gedrängt am Strand, Bier, Beats und Ballermann – dieses Bild von Mallorca soll der Vergangenheit angehören. Die Baleareninsel plant einen grundlegenden Wandel ihres Tourismusmodells. Statt auf Masse setzt man künftig auf Klasse, und Palma, die Hauptstadt der Insel, bewirbt sich offiziell als Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2031.

Strategie statt Sauf-Tourismus: Ein neues Modell für Mallorca

Auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin (ITB Berlin) stellte Margarita Prohens Rigo, Präsidentin der Balearischen Inseln, die neue touristische Strategie vor. Kultur wird dabei als „Transformationsmotor für das Tourismusmodell“ bezeichnet. Pedro Homar, Leiter der Stiftung Fundación Turismo Palma 365, erklärt im Gespräch mit TRAVELBOOK: „Wir haben bereits 2012 mit dieser neuen touristischen Strategie begonnen. Die Idee war schon damals, Palma zu einer Ganzjahresdestination zu machen.“

Weniger Touristen, mehr Ausgaben: Die Zahlen sprechen für sich

Die neuen Maßnahmen zeigen bereits erste Erfolge. Zwischen November 2024 und März 2025 kamen 677.622 deutsche Urlauber nach Mallorca, was einem Plus von 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Interessant ist dabei, dass der deutsche Markt insgesamt leicht um zwei Prozent geschrumpft ist, während die Ausgaben deutscher Touristen um 15 Prozent gestiegen sind. Homar betont: „Das ist im Grunde das Modell, das wir für die Stadt Palma formen.“

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Maßnahmen gegen den Touristenandrang

Hintergrund des Wandels sind Spannungen der vergangenen Jahre. Homar erläutert: „2023 haben wir begonnen, einige Probleme zwischen dem Touristenandrang beziehungsweise den touristischen Ankünften und den Bewohnern zu sehen.“ Als Reaktion darauf wurden mehrere Maßnahmen ergriffen:

  • Die Zahl der Betten auf der Insel wurde begrenzt.
  • Die Obergrenze für Kreuzfahrtschiffe bleibt bestehen.
  • Palma plant eine spezielle Agenda von Aktivitäten, die über das ganze Jahr hinweg in Hotels, Restaurants, Geschäften und Museen stattfinden werden – exklusiv und kostenlos für Einwohner.

Die Idee dahinter ist, dass die Einwohner Räume wiederentdecken, die sie traditionell nur mit Touristen verbinden.

Kultur als Schlüssel zur Transformation

Großes Ziel bleibt die Bewerbung Palmas als Kulturhauptstadt Europas 2031. Damit will sich die Stadt in eine Reihe mit Metropolen wie Athen, Weimar, Florenz, Dublin und Lissabon stellen. Ein Beispiel für die kulturelle Aufwertung ist die Messe für zeitgenössische Kunst „Art Cologne Palma Mallorca“, die vom 9. bis 12. April stattfindet und an der 89 Galerien aus 20 Ländern teilnehmen.

Langfristige Vision unabhängig von der Nominierung

Pedro Homar macht deutlich: „Wir wollen als Europäische Kulturhauptstadt 2031 nominiert werden. Wenn wir aber nicht nominiert werden, ist das kein Problem. Unser strategischer Plan wird unabhängig davon ausgeführt. Die Nominierung zur Europäischen Kulturhauptstadt ist das Label.“ Sein ambitioniertes Ziel formuliert er so: „In den nächsten fünf bis zehn Jahren wollen wir die Kulturhauptstadt des Mittelmeers sein.“

Mallorca steht somit vor einem historischen Wandel: Weg vom Image der reinen Party-Insel, hin zu einem nachhaltigen, kulturell geprägten Reiseziel, das ganzjährig Besucher anlocken will.

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