Malchower Affenwald: Berberaffen feiern 25-jähriges Jubiläum mit neugierigen Streichen
Malchower Affenwald: 25 Jahre Berberaffen und ihre Streiche

Malchower Affenwald: Eine neugierige Affenbande begeistert seit 25 Jahren

Im Herzen der Müritzregion, nahe Malchow, turnen seit einem Vierteljahrhundert Berberaffen durch einen idyllischen Wald. Der Malchower Affenwald, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, bietet Besuchern ein einzigartiges Erlebnis: Die Affen leben frei auf rund 2,5 Hektar und kommen den Gästen oft erstaunlich nah. Wald-Chef Sascha Datenet und Pfleger Mike Gaiser, der seit der ersten Stunde dabei ist, beobachten die Tiere täglich und schätzen ihre individuellen Charaktere. „Wir sind eher recht weit unten in der Rangordnung, obwohl wir füttern“, erklärt Datenet mit einem Schmunzeln.

Frühlingserwachen und neugierige Streiche

Nach dem langen Winter hat der Affenwald in diesem Jahr aufgrund des guten Wetters etwa zwei Wochen früher als üblich geöffnet. Die 54 Berberaffen, darunter die Jungtiere Fiete und Heiko, sind nun wieder in Aktion zu erleben – ob sie flink über die Wege flitzen oder träumend auf Bäumen dösen. Ihre Neugier ist legendär: „Da kann auch mal eine Brille oder ein Handy stibitzt und mit auf den Baum genommen werden“, warnt Sascha Datenet. Einmal entführte ein Affe sogar eine Handtasche, inspizierte den Inhalt sorgfältig und ließ ihn Stück für Stück vom Baum fallen. Die Besitzerin erhielt alles zurück, wenn auch etwas ramponiert.

Um solche Vorfälle zu vermeiden, werden Gäste am Eingang umfassend belehrt. „Es soll Freude machen, die Tiere zu beobachten, ohne sie zu provozieren“, betont der Wald-Chef. Leider ignorieren einige Besucher die Regeln und setzen die Affen mit Fütterungen von Gummibärchen, Keksen oder sogar Cola in Lebensgefahr. Dabei sind die Tiere bestens versorgt: Sie erhalten kiloweise Kartoffeln, Nüsse, im Sommer Melonen und besonders gern Avocados, oft aus Spenden lokaler Märkte.

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Von Aachen an die Müritz: Eine besondere Berufung

Sascha Datenet, ursprünglich Lackierer aus Aachen in Nordrhein-Westfalen, zog es wegen der Affen in die Müritzregion. Über Freunde erfuhr er von der Stelle und übernahm vor Kurzem das Zepter im Affenwald. „In natura ist das einfach wunderschön“, schwärmt er. Durch Schulungen und tägliche Beobachtungen hat er sich umfangreiches Wissen angeeignet. Ihm ist es wichtig, dass jedes Tier einen Namen trägt und alle wesentlichen Ereignisse wie Geburten im Logbuch festgehalten werden. „Dadurch hat man eine ganz andere Beziehung zu ihnen. Und es macht auch was mit einem, wenn eines stirbt“, erklärt er emotional.

Mike Gaiser, der seit über 25 Jahren dabei ist, bestätigt Datenets Engagement: „So viel Zeit wie er hat sich kaum einer genommen. Durch das persönliche Füttern kann man Probleme früh erkennen oder Medikamente verabreichen, ohne die Tiere betäuben zu müssen.“ Die Affen erreichen im geschützten Umfeld ein Alter von 25 bis 28 Jahren, deutlich älter als in der freien Wildbahn, wo sie Feinden ausgesetzt sind.

Zukunftsvisionen: Katta-Äffchen und Führungen

Der Affenwald begann vor 25 Jahren mit 15 Berberaffen. Durch Nachwuchs und gezielte Kastrationen sowie die „Pille“ für einige Weibchen wurde die Population auf aktuell 54 Tiere stabil gehalten – sonst wären es laut Gaiser gut 90. Für die Zukunft plant das Team mögliche Neuzugänge: Katta-Äffchen aus Madagaskar mit ihren großen Augen und Ringelschwänzen könnten den Wald bereichern. Außerdem denkt Sascha Datenet über die Einführung von Führungen nach, um Besuchern das „lustige Affentheater“ noch näherzubringen.

Neben den Affen lockt eine weitere Attraktion: die Sommerrodelbahn am Fuße des Waldes. Auf 800 Metern mit Schikanen können Gäste hier temperamentvolle Momente erleben. Zu Hochzeiten verbringen bis zu 1800 Tagesgäste drei bis vier Stunden auf dem Areal, um tierische und eigene Abenteuer zu verbinden. Für viele ist dies der perfekte Tag in der Müritzregion.

Während Affe Kalle seinen gemopsten Plastikbeutel längst in Fetzen gezupft und den Inhalt gefuttert hat, dösen die Tiere nun in der Frühlingssonne. Morgen gibt es wieder Leckeres – und vielleicht bald neue Gesichter im Malchower Affenwald.

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