Viele schwärmen von Reisen mit einem Kreuzfahrtschiff, während andere sofort ablehnen. TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal, die ebenfalls zu Axel Springer gehört, wollte es genau wissen. Sie verbrachte vier Tage auf der Nordsee – und wurde mehrfach überrascht. Sowohl positiv als auch ein wenig negativ.
Meine erste richtige Kreuzfahrt
Es war nicht meine allererste Kreuzfahrt. Mit etwa 14 Jahren war ich das letzte Mal auf einem solchen Schiff unterwegs. Viel ist davon nicht hängen geblieben. Daher fühlte sich diese Reise für mich wie eine echte Premiere an.
Mehr Bewegung als gedacht
Wer glaubt, auf einer Kreuzfahrt liege man nur faul herum, irrt. Was ich komplett verdrängt hatte: Die Wege auf einem Schiff sind lang. Sehr lang. Von der Kabine zum Essenssaal kann es dauern – je nach Lage des Zimmers. Ich hatte Glück: Meine Kabine war nur wenige Meter von Fahrstühlen und Treppenhaus entfernt. Andere Passagiere waren deutlich länger unterwegs.
Auch der Weg zum Pool auf dem obersten Deck zog sich. Am Ende eines Seetages zeigte meine Uhr 7000 Schritte. Für eine Kreuzfahrt ist das eine ordentliche Bilanz.
Große Auswahl, viele Zusatzkosten
An Bord wird es nicht langweilig. Das Angebot ist riesig. Es gibt eine Bowlingbahn, ein kleines 4-D-Kino, einen Basketballplatz, ein Casino, Theater und zahlreiche Spielemöglichkeiten. Auch die Auswahl an Restaurants ist groß. Doch vieles kostet extra. Eine Runde bowlen? Aufpreis. Ins Steak-Restaurant statt ins normale Restaurant? Ebenfalls Aufpreis. So ist es mit vielen Angeboten auf dem Schiff.
Mir wurde daher geraten, am besten schon vorab Pakete zu buchen – vor allem für Getränke oder Restaurantbesuche. Sonst kann die Rechnung am Ende schnell länger werden als gedacht.
Warum sich Kreuzfahrt wie Zuhause anfühlen kann
Während der Reise fragte ich mich, warum manche Menschen immer wieder mit derselben Reederei unterwegs sind. Vielleicht, weil es sich anfühlt wie nach Hause kommen. Auf dem Schiff weiß man schnell, wo die Restaurants sind, wo der Pool liegt und wo man abends noch etwas trinken kann.
Auf meinem Schiff wurde dieses vertraute Gefühl sogar durch einen bestimmten Duft verstärkt. In den Fluren, in der Seife, im Shampoo – überall derselbe Signature-Duft der Reederei. Begegnet er einem später wieder, denkt man sofort an Urlaub.
Mein Fazit
Würde ich noch einmal eine Kreuzfahrt machen? Ja, aber mit klaren Vorstellungen. Eine Innen- oder Fensterkabine würde ich nicht mehr buchen. Für mich gehört ein Balkon dazu. Morgens direkt aufs Meer schauen, die Wellen hören – das macht den Unterschied. Obwohl die Kabine relativ klein war, fühlte sie sich durch die Aussicht nie beengt an.
Mir wurde auf dieser Reise klar, dass man wissen muss, welche Art von Urlaub man möchte. Entspannung ist dank zahlreicher Spa-Angebote möglich, allerdings gegen Aufpreis. Wer möglichst viele Städte sehen will, hat pro Ort oft nur ein paar Stunden Zeit. Am Ende war es für mich die perfekte Mischung aus ein bisschen Stadt, ein bisschen Entspannung und einfach mal Rauskommen.
Die Reise wurde unterstützt von „MSC Cruises“. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.



