Güstrow schließt sich Tourismusregion „Mecklenburgs Mitte“ an
Der Güstrower Fachausschuss für Kultur hat den Weg für den Beitritt zur gemeinsamen Tourismusregion „Mecklenburgs Mitte“ politisch geebnet. In einer mehrheitlichen Entscheidung sprachen sich die Mitglieder dafür aus, dass sich die Barlachstadt gemeinsam mit den Nachbarorten Bützow, Schwaan und Krakow am See touristisch besser positionieren soll. Hintergrund sind sinkende Gästezahlen und Übernachtungskapazitäten in der Region, die trotz ihrer kulturellen Schätze wie dem Renaissance-Schloss Güstrow in den letzten Jahren einen Einbruch verzeichnete.
Identitätsfindung in Mecklenburgs geografischer Mitte
Die Orte zwischen Ostsee und Mecklenburgischer Seenplatte ringen um eine stärkere touristische Wahrnehmung. Bützow setzt auf Radtourismus und den Ortsteil Rühn, Schwaan verfügt über ein Kunstmuseum mit überregionaler Strahlkraft und Krakow am See punktet mit seiner idyllischen Seenlandschaft. Selbst die bereits etablierte Tourismusregion Mecklenburgische Schweiz zeigt Interesse, als kooptiertes Mitglied in die „Mitte“ aufgenommen zu werden – schließlich liegt der geografische Mittelpunkt Mecklenburgs auf dem Teterower Markt.
Gemeinsame Vermarktung als Lösung
Olav Paarmann, Vorstandsmitglied des Güstrower Tourismusvereins, stellte das Konzept der neuen Tourismusregion vor. Bereits existiert ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis. „Die Kurabgabe soll bei der Bildung der Marke aber nicht im Vordergrund stehen“, betonte der Hotelier. Krakow erhebt bereits eine Kurtaxe von 1,50 Euro, und auch in Güstrow wird diskutiert, eine solche Abgabe einzuführen. Der höhere Verwaltungsaufwand – denn nicht nur Hotels, sondern alle Gastgeber müssten die Abgabe eintreiben – würde sich laut Paarmann lohnen, da die Einnahmen zielgerichtet in gemeinsame touristische Maßnahmen investiert würden.
Wirtschaftlicher Nutzen und inklusive Angebote
Ausschussvorsitzender Hans-Georg Kleinschmidt (SPD) verwies auf den wirtschaftlichen Mehrwert: „Ein Gast gibt pro Tag im Durchschnitt 90 Euro aus. Das kommt auch Einzelhandel und Gastronomie zugute.“ Mit der baldigen Wiedereröffnung des sanierten Schlosses Güstrow und des Marktes sieht er gute Voraussetzungen für eine Steigerung der Attraktivität. Fraktionsloses Mitglied Mario Kohlhagen brachte das Thema Barrierefreiheit ins Spiel: „Auch das ist mittlerweile ein Markt. Potentielle Gäste schauen genau, wo sie behindertengerecht Urlaub machen können.“
Die Entscheidung des Güstrower Ausschusses folgt einem bereits gefassten Beschluss der Krakower Stadtvertreter. Bis 2028 soll das Schloss Güstrow vollständig saniert sein und als Tourismusmagnet fungieren. Die neue Tourismusregion „Mecklenburgs Mitte“ soll durch gebündelte Marketingaktivitäten die gesamte Region stärken und so den negativen Trend bei den Übernachtungszahlen umkehren.



