Der Eibsee am Fuße der Zugspitze gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen in Bayern. Besonders in der Hochsaison führt dies jedoch zu Staus und Verkehrsproblemen, auch im Zugspitzdorf Grainau. Viele Anwohner ärgern sich über die angespannte Verkehrssituation. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat daraufhin ein neues Buskonzept entwickelt, um den Verkehr zu entlasten – sowohl für Einheimische als auch für Ausflügler. Nach dem ersten Stresstest an Ostern kündigte das Landratsamt Nachbesserungen an. Wie ein Sprecher der AZ nun mitteilt, treten ab dem 1. Mai weitere Änderungen in Kraft.
Spezielle Buslinie für Ausflügler
Grundsätzlich gilt: Die Linie 323 wurde speziell für Ausflügler eingerichtet. Sie bringt Besucher von Garmisch direkt zum Eibsee. Wichtig zu wissen: Das Deutschlandticket und MVV-Tickets gelten auf dieser Linie nicht. Die Fahrpreise betragen 6 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren.
Buslinie für Einheimische umgeht Stau
Für Anwohner ist die Buslinie 315 (Garmisch-Grainau) interessant. Sie umgeht den Weg über den Eibsee und ist daher nicht vom Stau betroffen. Das Landratsamt erklärt: „Der Bus fährt nicht die Strecke zum Eibsee hoch, damit ist er vom Stau am Eibsee selbst nicht betroffen. Dies sollte eine bessere Fahrplanstabilität für den Alltagsverkehr bieten.“ Zusätzlich gibt es die Linie 314 (Garmisch-Grainau-Eibsee), die außerhalb der Stoßzeiten verkehrt.
Neuerungen ab 1. Mai
Das Landratsamt informiert über folgende Änderungen: Bei der Linie 315 wird die neue Haltestelle „Bahnhof Untergrainau“ nun stündlich angefahren. Zudem ist die Haltestelle „Schmölz, An der Wies“ enthalten. Bei der Tourist-Linie 323 wird im Laufe des Mai die Kartenzahlung eingeführt. Bisher muss das Ticket beim Busfahrer mit Bargeld bezahlt werden. „Hier wartet die RVO auf den Software-Anbieter, der aktuell personelle Engpässe hat“, so das Landratsamt.
Halbstündlicher Verstärker an Spitzentagen
Ab dem 1. Mai 2026 fährt an erwarteten Spitzentagen ein halbstündlicher Verstärker. Die Behörde erklärt: „Es wird sich dann diesen Sommer zeigen, ob sich die Situation im Nahverkehr zum Eibsee durch das neue System entspannt.“ An Wochenenden, Feiertagen, in den bayerischen Ferien sowie von Mai bis Mitte September gibt es die Eibsee-Linie ab 8 Uhr stündlich plus halbstündliche Verstärker zu Hochzeiten.
Änderungen bei Linie 314
Bei der Linie 314 ist neu, dass das ganze Jahr über Früh- und Schulfahrten bis 8 Uhr bedient werden. Die Fahrt um 13 Uhr verkehrt ganzjährig auf der Linie 314. Die Haltestelle „Gungl-Stubn“ wird im Rahmen der Schülerbeförderung bedient, ansonsten nicht.
Warum Deutschlandticket nicht gilt
Das Landratsamt erläutert, warum auf der Ausflügler-Linie weder der MVV-Tarif noch das Deutschlandticket akzeptiert werden: „Die Linie 323 darf keine innerörtlichen Beziehungen bedienen, deshalb gilt auch hier das MVV-Ticket nicht.“ Zudem könne für die touristische Linie kein Ausgleich für das Deutschlandticket beantragt werden. „Würde das Deutschlandticket gelten, würde der Landkreis hier keine Ausgleichsleistungen erhalten und könnte die Linie nicht gegenfinanzieren.“



