Café-Eröffnung in Waren: Weltenbummlerin bringt amerikanischen Flair an die Müritz
Am Neuen Markt 24 in Waren an der Müritz hat sich ein besonderes gastronomisches Juwel etabliert. Hinter den großen Fenstern, über denen noch eine alte Immobilienreklame prangt, verbirgt sich das „Café mitten drin“ – ein Ort, der Besucher sofort in eine gemütliche, transatlantische Atmosphäre eintauchen lässt.
Von Amerika an die Mecklenburgische Seenplatte
Inhaberin Bianca Smith, die viele Jahre in den USA lebte und dort in Florida, New York und Atlanta zu Hause war, hat ein Stück amerikanischer Lebensart mit an die Seenplatte gebracht. „Ich möchte hier ankommen, die Leute kennenlernen und mich mit ihnen connecten“, erklärt die welterfahrene Gastronomin, deren Erzählungen immer wieder von englischen Begriffen durchzogen sind.
Die Einrichtung spiegelt ihre transatlantische Biografie wider: An den Wänden hängen New-York-Bilder, darunter eine Aufnahme des Times Square aus vergangenen Tagen, während auf dem Tresen die Mainzelmännchen stehen – treue Begleiter aller ihrer Umzüge.
Zufällige Entdeckung mit Folgen
Dass sie ausgerechnet in Waren landete, war eher ein Zufall. Ursprünglich hatte Smith eine Bäckerei in Plau am See im Visier. „Der Vertrag war fast unterschrieben, dann hat die Verkäuferin abgesagt“, berichtet sie. Stattdessen entdeckte sie während eines Urlaubs die Räumlichkeiten des ehemaligen Schuhladens am Neuen Markt.
Mit beeindruckendem Einsatz gestaltete sie den Raum nahezu in Eigenregie: „Außer Elektrik und Sanitär habe ich alles alleine gemacht“, sagt die Unternehmerin, die Wände strich, die Küche einrichtete und die Dekoration persönlich auswählte.
Kulinarische Fusion mit Bistro-Charakter
Das Café betreibt Smith bewusst als kleines Bistro mit frischer Küche. Dabei setzt sie auf Zutaten aus biologischem Anbau und entwickelt viele Rezepte selbst – eine gelungene Mischung aus amerikanischen und deutschen Einflüssen.
Besonders beliebt sind:
- Pistazien-Macchiato
- Pistazien-Torte
- Espresso-Smoothie mit Erdnuss und Banane
Neben süßen Versuchungen bietet sie auch herzhafte Gerichte an und orientiert sich dabei an ihrem amerikanischen Konzept mit ein bis zwei Tagesgerichten. Die Quiche als aktuelles Tagesgericht war am Nachmittag bereits fast ausverkauft.
Kreative Ideen und persönliche Philosophie
Smiths kulinarische Kreativität kennt kaum Grenzen. Sie plant bereits einen Rübenstrudel, inspiriert vom amerikanischen Sandwich, sowie eine Variante mit Lachs und Spinat. „Das war in Amerika der Renner“, verrät sie.
Für die Gastronomin sind Kochen und Backen mehr als nur Arbeit: „Das ist auch Therapie“, bekennt sie. Trotz ihrer Verbundenheit zu Amerika, wo ein Teil ihres Herzens bei Freunden und Tieren auf einer Farm geblieben ist, hat sie in Waren einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden und genießt die Natur, Wälder und Ruhe der Region.
Öffnungszeiten mit Flexibilität
Geöffnet hat das „Café mitten drin“ mittwochs bis sonntags ab 10 Uhr – „bis der letzte Gast geht“, wie Smith lächelnd betont. Im Winter plant sie zu reisen, wenn es ihr an der Müritz zu kalt wird. Bis dahin verwöhnt sie ihre Gäste mit transatlantischem Flair und persönlicher Gastfreundschaft.
Die Warener Bevölkerung zeigt sich bereits angetan: „Ist schön hier“, kommentierte eine überraschte Besucherin und kündigte an, mit einer Freundin wiederzukommen. Ein vielversprechender Start für ein Café, das tatsächlich mitten drin ist – im Herzen der Stadt und im Leben seiner Gäste.



