Schokolade ohne Kakao: Wie ein Münchner Start-up das hinbekommt – und warum
Ein Münchner Start-up ersetzt Kakao durch Sonnenblumenkerne – und landet damit in hunderten Produkten von Rewe bis Lidl. Gründer Maximilian Marquart erklärt, wie „Choviva“ entsteht und warum große Konzerne bereits auf die Alternative setzen.
Maja Aralica | 24. April 2026 - 21:25 Uhr
Die Idee hinter Choviva
Vor etwa fünf Jahren entwickelten die Münchner Geschwister Sara und Max Marquart „Choviva“, eine Schokoladenalternative aus Sonnenblumenkernen. Mittlerweile befindet sich „Choviva“ in zahlreichen Produkten bekannter Supermarktketten und Süßwarenhersteller. Das Geheimnis liegt in einem speziellen Fermentationsprozess, der den Sonnenblumenkernen ein kakaotypisches Aroma verleiht. Anders als herkömmliche Schokolade kommt Choviva ohne Kakaobohnen aus, was nicht nur Kosten spart, sondern auch umweltfreundlicher ist. Der Anbau von Sonnenblumen benötigt weniger Wasser und Fläche als Kakao, und die Lieferketten sind kürzer und transparenter.
Vom Labor in die Supermarktregale
Was als Experiment in der eigenen Küche begann, ist heute ein skalierbares Produkt. Planet A Foods, das Start-up der Geschwister, arbeitet mit Großbäckereien und Schokoladenherstellern zusammen. Die ersten Produkte mit Choviva kamen vor zwei Jahren in den Handel, inzwischen sind es über 200 verschiedene Artikel – von Tafelschokolade über Pralinen bis hin zu Gebäck und Eiscreme. Die Nachfrage ist so groß, dass die Produktion kontinuierlich ausgebaut wird.
Warum große Konzerne auf die Alternative setzen
Nicht nur Verbraucher, sondern auch Industriekonzerne zeigen Interesse. Rewe, Lidl und andere Supermarktketten haben Choviva in ihre Eigenmarken aufgenommen. Auch Süßwarenriesen wie Lindt und Ritter Sport testen die Alternative. Der Grund: steigende Kakaopreise und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen. Kakaobauern in Westafrika kämpfen mit Klimawandel und niedrigen Löhnen, was die Lieferketten unsicher macht. Choviva bietet eine stabile, preiswerte und ethisch unbedenkliche Lösung.
Herausforderungen und Zukunftspläne
Gründer Max Marquart betont, dass Choviva nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung gedacht ist. „Wir wollen keine Schokolade ersetzen, sondern eine Alternative bieten, die den Kakaoanbau entlastet“, sagt er. Aktuell arbeitet das Team an einer noch kakaonäheren Geschmacksrichtung und an der Zulassung für den US-Markt. Bis 2028 soll Choviva in allen großen Supermärkten Europas erhältlich sein. Die Münchner setzen dabei auf regionale Rohstoffe und kurze Transportwege – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.
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