DHL sieht Kerosin-Versorgung trotz geopolitischer Spannungen als stabil an
Der Logistikkonzern DHL gibt in Bezug auf die weltweite Kerosin-Versorgung für den Luftfrachtverkehr Entwarnung. „Bislang ist die Lage beherrschbar“, teilte das Unternehmen mit und betonte, dass keine unmittelbaren Betriebsbeeinträchtigungen zu erwarten seien. Allerdings räumte DHL ein, dass an einzelnen Standorten die Vorräte an Flugtreibstoff geringer als üblich ausfallen könnten. Diese Einschätzung erfolgt vor dem Hintergrund von Berichten über mögliche Engpässe und steigende Preise, die zuvor durch den Mitteldeutschen Rundfunk veröffentlicht wurden.
Geopolitische Unsicherheit durch Iran-Konflikt
Hintergrund der angespannten Situation ist der anhaltende Iran-Konflikt, der die globale Ölversorgung bedroht. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Öltransport. Falls weniger Schiffe diese Passage passieren können, würde dies den Transport von Rohöl und damit auch die Produktion von Kerosin erheblich beeinträchtigen. DHL beobachtet die Entwicklungen kontinuierlich und tauscht sich regelmäßig mit Flughäfen und Lieferanten aus, um die Versorgungskette stabil zu halten.
Flughafenverbände schlagen Alarm vor systemischer Knappheit
Während DHL die Lage als beherrschbar einschätzt, warnen Branchenvertreter und Flughafenverbände vor gravierenden Folgen. Der europäische Flughafenverband ACI Europe sieht im Falle anhaltender Störungen das Risiko einer „systemischen Treibstoffknappheit“ binnen weniger Wochen. Besonders betroffen wäre das Luftfrachtdrehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle, das als einer der wichtigsten Standorte für die europäische Luftfracht gilt. Betriebseinschränkungen an diesem Knotenpunkt hätten weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Logistikbranche.
Kostensteigerungen könnten an Kunden weitergegeben werden
Für den Fall, dass Energie und Sprit deutlich teurer werden, plant DHL, die Mehrkosten über Zuschläge an Kunden weiterzureichen – sofern dies vertraglich möglich ist. Das Unternehmen betonte, dass dieses Vorgehen in der Branche gängige Praxis sei. Damit positioniert sich DHL proaktiv, um finanzielle Risiken zu minimieren und die betriebliche Kontinuität sicherzustellen. Die aktuelle Situation unterstreicht die Abhängigkeit der globalen Logistik von stabilen Energieversorgungsketten und geopolitischen Faktoren.



