Weltbank warnt vor dramatischen Folgen der Düngerkrise
Die Weltbank schlägt Alarm: Die Preise für Düngemittel werden im Jahr 2026 voraussichtlich um 31 Prozent steigen. Dies habe fatale Auswirkungen auf die globale Lebensmittelversorgung. Sollte der Konflikt im Nahen Osten andauern, könnten bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich von Hunger bedroht sein.
Bereits heute zahlen Landwirte für Dünger so viel wie zuletzt im Jahr 2022, als der russische Angriffskrieg eine Energiekrise auslöste und Hungersnöte verschärfte. Die Folgen sind geringere Erträge und sinkende Einkommen für die Bauern. Lebensmittel könnten für viele Menschen unerschwinglich werden.
Abschwächung des Preisanstiegs erst 2027 erwartet
Laut Weltbank dürfte sich der Preisanstieg im kommenden Jahr zumindest etwas abschwächen – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die durch den Iran-Krieg beeinträchtigten Düngemittel- und Rohstoffexporte nicht über den Mai hinaus andauern. Zudem dürften die Erdgaspreise in diesem Szenario nicht die Höchststände aus dem Jahr 2022 erreichen.
Energiepreise steigen um 24 Prozent
Die Weltbank rechnet mit dem heftigsten Energiepreisschock seit vier Jahren: Im Jahr 2026 dürften die Energiepreise um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. Die Rohstoffpreise insgesamt verteuern sich um 16 Prozent. Neben der Energiekrise und der verschärften Lage bei Düngemitteln tragen auch bestimmte Metalle zu diesem Anstieg bei.
Ursache ist die Straße von Hormus. Über diese Meerenge läuft gut ein Drittel des weltweiten Rohölhandels. Der Iran und die USA blockieren die strategisch wichtige Passage – und lösen damit „den größten Ölversorgungsschock seit Beginn der Aufzeichnungen“ aus, wie die Washingtoner Institution mitteilte.
Mehrere Wellen treffen die Weltwirtschaft
Der Krieg treffe die Weltwirtschaft in mehreren Wellen, erklärte Weltbank-Chefökonom Indermit Gill. „Zunächst durch höhere Energiepreise, dann durch höhere Lebensmittelpreise und schließlich durch eine höhere Inflation, die die Zinsen in die Höhe treibt und die Verschuldung noch teurer macht.“
Gill betonte, dass die ärmsten Menschen weltweit am stärksten betroffen seien. Auch die Bevölkerung in Entwicklungsländern leide unter der ohnehin hohen Schuldenlast. „All dies erinnert an eine bittere Wahrheit: Krieg ist Entwicklung in umgekehrter Richtung“, so der Chefökonom.



