Iran-Krieg treibt Inflation auf 2,9 Prozent: Energiepreise steigen rasant
Iran-Krieg treibt Inflation auf 2,9 Prozent

Der Iran-Krieg hat die Inflation in Deutschland auf 2,9 Prozent getrieben. Waren und Dienstleistungen waren im April 2026 um 2,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Damit erreichte die Teuerungsrate den höchsten Stand seit Januar 2024. Damals lag die Inflation bei 3,0 Prozent. Zuletzt über drei Prozent lag die Rate im Dezember 2023 mit 3,7 Prozent.

Energiepreise als Haupttreiber

Der Konflikt im Nahen Osten hat die Energiepreise in Deutschland massiv steigen lassen. Haushaltsenergie und Kraftstoffe kosteten im April 10,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bereits im März hatte sich Energie erstmals seit Dezember 2023 verteuert – und zwar um 7,2 Prozent. Die Gesamtinflation zog damals auf 2,7 Prozent an. Von März auf April 2026 stiegen die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent.

„Im April ist die Inflation nur wegen höherer Energiepreise gestiegen“, erklärte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Aber Umfragen zeigen, dass die Unternehmen rasch auf die Verteuerung der Energie reagieren und bald auch die Preise für andere Waren und Dienstleistungen deutlich anheben werden.“

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Nahrungsmittelpreise ziehen an

Weil teure Energie die Produktions- und Transportkosten der Unternehmen erhöht, wächst die Sorge vor weiter steigenden Preisen für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen. Im April beschleunigte sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln auf 1,2 Prozent, nach 0,9 Prozent im März. Dienstleistungen wie Restaurantbesuche, die lange Zeit die größten Preistreiber waren, verteuerten sich im April um 2,8 Prozent – etwas weniger als in den Vormonaten. Volkswirte vermuten, dass Preiserhöhungen bei Flugtickets und Pauschalreisen diesen Anstieg maßgeblich beeinflusst haben.

Verbraucher schränken sich ein

Je höher die Inflation, desto weniger können sich Verbraucher für einen Euro leisten. Viele Menschen geben bereits an, kaum die laufenden Kosten für das tägliche Leben stemmen zu können und ihre Rücklagen aufgebraucht zu haben. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv ergab, dass 58 Prozent der Befragten sich im Alltag eingeschränkt haben. Besonders häufig sparen Jüngere unter 30 Jahren sowie Menschen mit geringerem Einkommen. An der repräsentativen Umfrage nahmen am 24. und 27. April 2026 insgesamt 1.005 Personen teil.

Tankrabatt als Entlastung?

Die Bundesregierung versucht, für etwas Entlastung zu sorgen: Vom 1. Mai bis 30. Juni werden die Steuern auf Diesel und Benzin um rund 17 Cent brutto pro Liter gesenkt. Die Mineralölwirtschaft hat angekündigt, diese Senkung an die Autofahrer weiterzugeben – allerdings bezweifeln manche dies. Ökonomen glauben nicht, dass dieser „Tankrabatt“ die Spritpreise nachhaltig senken wird. Zudem profitierten nur Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Inflationsprognosen für 2026 und 2027

Vor dem Iran-Krieg gingen Volkswirte davon aus, dass die Inflation in Deutschland 2026 knapp über der Zwei-Prozent-Marke liegen würde – ähnlich wie 2024 und 2025 mit je 2,2 Prozent. Doch diese Prognosen sind überholt. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten nun, dass die Teuerungsrate im laufenden Jahr auf durchschnittlich 2,8 Prozent und 2027 auf 2,9 Prozent steigen wird. Das wäre zwar deutlich unter dem Rekord von 6,9 Prozent während des Ukraine-Kriegs 2022, doch die damaligen Preissteigerungen wirken bis heute nach, da viele Waren dauerhaft teurer geblieben sind.

Deutschland ist bei fossilen Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas auf Importe angewiesen, was die Abhängigkeit von geopolitischen Krisen unterstreicht.

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