Homeoffice steigert Geburtenrate um 14 Prozent – ifo-Studie
Homeoffice steigert Geburtenrate um 14 Prozent

Eine aktuelle Studie des ifo Instituts und der Stanford University belegt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Homeoffice und der Geburtenrate. Demnach liegt die Geburtenrate im Durchschnitt um 14 Prozent höher, wenn beide Partner mindestens einen gemeinsamen Homeoffice-Tag pro Woche haben, im Vergleich zu Haushalten ohne diese Möglichkeit. Der stärkste Effekt wurde beobachtet, wenn beide Elternteile regelmäßig von zu Hause arbeiten. Allerdings führten zusätzliche Homeoffice-Tage nicht zu einem weiteren Anstieg – bereits ein Tag pro Woche reicht aus.

Studiendaten aus 38 Ländern

Für die Untersuchung nutzten die Wissenschaftler unter anderem Daten des Global Survey of Working Arrangements aus 38 Ländern. Insgesamt wurden mehr als 19.000 Menschen befragt, darunter über 11.300 Personen im Alter zwischen 20 und 45 Jahren. Ergänzend flossen Ergebnisse einer separaten Erhebung aus den USA mit knapp 90.000 Befragten ein, in der Geburten der vergangenen Jahre, aktuelle Schwangerschaften und der Kinderwunsch untersucht wurden.

Potenzial für Deutschland

Auf Grundlage dieser Daten schätzt Mathias Dolls, dass ein Anstieg des Homeoffice-Anteils auf ein mit den USA vergleichbares Niveau in Deutschland rechnerisch rund 13.500 zusätzliche Geburten pro Jahr ermöglichen könnte. Die Forscher mahnen jedoch zur Vorsicht bei der Interpretation. Aus der Studie kann nicht abgeleitet werden, dass das Homeoffice allein für die höhere Geburtenrate verantwortlich ist. So könnten sich Familien mit Kindern gezielt für Arbeitsplätze entscheiden, die das Arbeiten von zu Hause ermöglichen. Dennoch sieht Dolls in den Ergebnissen einen vielversprechenden Ansatz, um den Rückgang der Geburten zumindest teilweise abzumildern und den demografischen Wandel langfristig zu verlangsamen.

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Demografischer Wandel in Deutschland

Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2025 zeigen deutlich, dass sich Deutschland mitten in einem tiefgreifenden demografischen Wandel befindet. Inzwischen ist jede zweite Person älter als 45 Jahre und jede fünfte hat das 66. Lebensjahr überschritten. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung dank der Fortschritte in der medizinischen Versorgung kontinuierlich an. Die deutsche Bevölkerung wird damit immer älter. Besonders deutlich wird diese Entwicklung beim Blick auf den Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung: Während im Jahr 1991 lediglich 15 Prozent der Einwohner mindestens 65 Jahre alt waren, lag dieser Anteil im Jahr 2024 bereits bei 23 Prozent.

Flexible Arbeitsmodelle als Lösung?

Flexible Arbeitsmodelle gelten längst als wichtiger Faktor für die Zufriedenheit von Beschäftigten. Gleichzeitig erleichtert das Arbeiten von zu Hause vielen Familien die Organisation des Alltags und schafft mehr Spielraum bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Die Studie weist nun auf einen weiteren möglichen Vorteil des Homeoffice hin. Die Forscher betonen jedoch, dass die Ergebnisse nicht kausal interpretiert werden sollten. Es sei möglich, dass Paare mit Kinderwunsch bewusst Arbeitgeber wählen, die Homeoffice anbieten. Dennoch unterstreichen die Daten das Potenzial flexibler Arbeitsmodelle, um den demografischen Herausforderungen zu begegnen.

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