Einzelhandel überrascht mit Umsatzplus im Mai – WM-Aus neuer Dämpfer
Einzelhandel überrascht mit Umsatzplus im Mai

Der deutsche Einzelhandel hat im Mai ein überraschendes Umsatzplus erzielt. Die Einnahmen stiegen nominal um 1,0 Prozent zum Vormonat, inflationsbereinigt (real) sogar um 1,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten eine Stagnation vorhergesagt. Im Jahresvergleich legten die realen Umsätze um 1,8 Prozent zu.

Unsicherheiten und WM-Dämpfer

„Für beständig weitere Konsumzuwächse ist das Umfeld nicht gemacht“, kommentierte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von ABN Amro Deutschland. Unsicherheiten gingen von der Politik und dem Arbeitsmarkt aus. „Mit dem Ausscheiden der Fußballnationalmannschaft ist ein neuer Dämpfer zu verarbeiten“, fügte Krüger hinzu. Die deutsche Mannschaft war in der Nacht zum Dienstag nach einer Niederlage gegen Paraguay frühzeitig aus der WM ausgeschieden.

WM-Effekt auf Textilhandel

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte nach anfänglichen WM-Erfolgen auf Impulse gehofft. „Mit dem Erreichen der KO-Runde der deutschen Fußball-Nationalmannschaft registriert der Textil- und Modehandel aktuell spürbare Nachfrageimpulse“, teilte der Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren (BTE) mit. Fans kauften vor allem Trikots, Hosen, Shorts und Hüte.

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Tankstellen und Lebensmittel legen zu

Auffällig war die Entwicklung an den Tankstellen: Die Umsätze stiegen real um 3,5 Prozent, nach deutlichen Rückgängen in den beiden Vormonaten. Grund war der von der Bundesregierung für Mai und Juni eingeführte Tankrabatt, der Autofahrer entlastet. Der Lebensmitteleinzelhandel verzeichnete ein reales Plus von 1,1 Prozent, der Nicht-Lebensmittelhandel von 1,0 Prozent. Der Internet- und Versandhandel legte um 3,4 Prozent zu.

Konsumklima erholt sich leicht

Das Konsumklima-Barometer für Juli stieg um 0,5 Punkte auf minus 29,2 Zähler, wie die GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) mitteilten. Grund seien Friedenssignale im Nahost-Konflikt, die den Verbrauchern mehr Zuversicht gäben.

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