Nach einem hohen Verlust im Jahr 2025 hat der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie im ersten Quartal 2026 wieder schwarze Zahlen geschrieben. In den ersten drei Monaten des Jahres erwirtschaftete das Unternehmen einen Nettogewinn von 15,3 Millionen Euro, während es im Vorjahreszeitraum noch einen Verlust von 3,4 Millionen Euro gegeben hatte.
Umsatzrückgang trotz Gewinn
Der Umsatz des Konzerns sank im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Als Hauptgrund dafür nannte Wacker den schwachen US-Dollar, der die Exporte belastete. Trotz des Umsatzrückgangs konnte das Unternehmen jedoch einen Gewinn verbuchen, was auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist.
Iran-Krieg als Treiber
Vorstandschef Christian Hartel führte die positive Entwicklung unter anderem auf den Iran-Krieg zurück. Dieser habe zu vorgezogenen Kundenbestellungen geführt, da viele Abnehmer ihre Lieferketten absichern wollten. Dadurch stieg die Nachfrage nach Wacker-Produkten kurzfristig an.
Geschäftsfelder von Wacker Chemie
Wacker Chemie ist auf vier Hauptbereiche spezialisiert: Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der führende Hersteller von hochreinem Polysilizium, das als Grundmaterial für Computerchips dient. Zudem produziert der Konzern Silikone, aus denen Harze und Öle hergestellt werden, sowie Polymere für die Produktion verschiedener Baustoffe. Das vierte Geschäftsfeld ist die Biotechnologie.
Schwieriges Jahr 2025
Im Jahr 2025 hatte Wacker Chemie einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro gemeldet. Dies war das schlechteste Ergebnis in der jüngeren Geschichte des Unternehmens. Die deutsche Chemieindustrie insgesamt befindet sich in einer schwierigen Lage, geprägt von hohen Energiekosten, schwacher Nachfrage und geopolitischen Unsicherheiten.
Ausblick bleibt trüb
Trotz des positiven Quartalsergebnisses bleibt der Ausblick für das restliche Jahr gedämpft. Eine grundlegende Trendwende sei noch nicht absehbar, betonte Hartel. Um wieder dauerhaft in die schwarzen Zahlen zu kommen, hatte der Wacker-Vorstand im Jahr 2025 ein umfangreiches Sparprogramm eingeleitet. Dieses soll die Kosten um jährlich 300 Millionen Euro reduzieren. Insgesamt plant das Management den Abbau von 1.500 Stellen, wobei der Großteil in Deutschland erfolgen soll. „Bereits im laufenden Geschäftsjahr werden signifikante Einsparungen aus dem Programm wirksam werden“, sagte Hartel.
Die Maßnahmen zeigen erste Erfolge, doch die Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft und die anhaltenden geopolitischen Spannungen belasten weiterhin die Aussichten für die Chemiebranche.



