Die Lufthansa sieht sich mit einer ernsten Kerosinknappheit konfrontiert und erwägt laut einem Bericht des „Spiegel“ die vorübergehende Stilllegung von bis zu 40 Flugzeugen. Konzernchef Carsten Spohr habe die Belegschaft bei einer internen Veranstaltung auf eine deutliche Verschärfung der Krise eingestimmt.
Vom Preisproblem zum Verfügbarkeitsproblem
Laut Spohr sei binnen 72 Stunden aus einem Preisproblem beim Kerosin ein Verfügbarkeitsproblem geworden. An immer mehr Flughäfen drohe der Treibstoff knapp zu werden. Erste Airports in Asien verweigerten bereits zusätzliche Flüge, um ihre Reserven für den laufenden Flugplan zu schonen.
Der Lufthansa-Vorstand habe zwei Krisenpakete vorbereiten lassen, die im Ernstfall vorsehen, bis zu 40 Flugzeuge am Boden zu lassen. Diese Maßnahme würde laut Lufthansa zuerst ältere Flugzeugtypen wie den Airbus A340 oder die Boeing 747-400 treffen, die besonders viel Kerosin verbrauchen.
Noch keine endgültige Entscheidung
Ein endgültiges Grounding sei laut „Spiegel“ jedoch noch nicht beschlossen. Carsten Spohr betonte gegenüber dem Magazin, dass mögliche Streichungen frühestens im dritten Quartal oder gar erst im Winter greifen würden. Von der Lufthansa war zunächst kein Kommentar zu dem Bericht zu erhalten.
Nach früheren Angaben ist das Unternehmen durch Termingeschäfte weitgehend gegen die vom Iran-Krieg in die Höhe getriebenen Kerosinpreise abgesichert. Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch, dass selbst Absicherungen nicht vor physischen Engpässen schützen können.



