Ein Immobilienexperte schlägt Alarm: Immer mehr reiche Erben kaufen Immobilien und verdrängen damit andere Käufer vom Markt. Während Normalverdiener mindestens 14 Jahre für eine Eigentumswohnung sparen müssen, können Erben sofort zugreifen. Neue Daten zeigen, wie sich die Chancen auf dem Immobilienmarkt dramatisch verschoben haben.
Die neue Realität auf dem Immobilienmarkt
Laut einer aktuellen Analyse des Immobilienverbands Deutschland (IVD) ist der Anteil der Käufer, die ohne Bankfinanzierung auskommen, in den letzten fünf Jahren um über 30 Prozent gestiegen. Diese Käufer finanzieren ihre Immobilien meist aus Erbschaften oder Schenkungen. Der Trend verstärkt sich: Während 2020 noch jeder fünfte Käufer auf Eigenkapital aus dem Familienkreis zurückgriff, ist es heute bereits jeder dritte.
Auswirkungen auf den Markt
Die Folge: Für Käufer ohne Erbe wird der Traum vom Eigenheim immer unerreichbarer. Die Preise steigen weiter, da die Nachfrage durch die finanzkräftigen Erben hoch bleibt. Gleichzeitig sinkt die Zahl der verfügbaren Objekte, da viele Immobilien in Familienbesitz vererbt werden und nicht auf den Markt kommen. Der Experte warnt vor einer sozialen Schieflage: „Wir erleben eine Vererbung von Vermögen, die den Markt für junge Familien und Normalverdiener nahezu unzugänglich macht.“
Was bedeutet das für Normalverdiener?
Für Menschen ohne Erbe bleibt nur der Weg über hohe Eigenersparnis oder günstige Kredite. Doch die Zinsen sind gestiegen, und die Inflation frisst die Ersparnisse auf. Die durchschnittliche Sparzeit für eine Eigentumswohnung in deutschen Großstädten liegt laut Studie bei 14 Jahren – vorausgesetzt, die Preise steigen nicht weiter. In München oder Frankfurt sind es sogar über 20 Jahre. Der Experte rät zu alternativen Modellen wie Genossenschaften oder kommunalen Wohnungsbauprojekten.
Fazit
Der Immobilienmarkt spaltet sich zunehmend in zwei Lager: diejenigen, die erben, und diejenigen, die es nicht tun. Ohne politische Eingriffe droht eine dauerhafte Ungleichheit beim Zugang zu Wohneigentum. Die Politik ist gefordert, gegensteuern – etwa durch eine Reform der Erbschaftssteuer oder durch Förderprogramme für Erbenlose.



