Bauwirtschaft erlebt deutliche Belebung nach Jahren der Flaute
Nach jahrelanger Krise und anhaltender Flaute zeigt die deutsche Bauwirtschaft nun endlich wieder positive Signale. Die Branche, die durch den starken Anstieg der Zinsen und Baukosten infolge des Ukraine-Kriegs schwer getroffen wurde, verzeichnet aktuell eine spürbare Belebung ihrer Geschäfte. Öffentliche Großaufträge in der Infrastruktur und ein allmählich anziehender Wohnungsbau sorgen für frischen Wind in der gesamten Baubranche.
Auftragseingänge verzeichnen deutliches Wachstum
Wie das Statistische Bundesamt aktuell berichtet, hat sich der preisbereinigte Wert der Auftragseingänge im vergangenen Jahr um beachtliche 7,5 Prozent erhöht. Einschließlich der Preiserhöhungen stiegen die Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr sogar um 10,1 Prozent. Diese Zahlen markieren einen deutlichen Wendepunkt für eine Branche, die in den vergangenen Jahren mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen hatte.
Tiefbau erreicht neuen Höchststand
Besonders der Tiefbau profitiert von der aktuellen Entwicklung und verzeichnete preisbereinigt ein Wachstum von 6,2 Prozent, wodurch ein neuer Höchststand erreicht wurde. Hier spielten vor allem Großaufträge zur Sanierung von Bahnstrecken sowie weitere bedeutende Infrastrukturaufträge eine entscheidende Rolle. Die größeren Baubetriebe mit mindestens 20 Beschäftigten setzten im vergangenen Jahr insgesamt 120,5 Milliarden Euro um, was einer Steigerung von 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Wohnungsbau startet von niedrigem Niveau
Der Wohnungsbau, der 2025 von einem sehr niedrigen Niveau startete, legte mit einem realen Zuwachs um 10,1 Prozent im Verhältnis am stärksten zu. Diese Entwicklung ist besonders bedeutsam, da private Bauherren sich in der Vergangenheit die eigenen vier Wände kaum noch leisten konnten und Profi-Investoren ihre Pläne auf Eis legten. Mit dem anhaltenden Wohnungsmangel steigt der Druck auf die Mieten gerade in den Ballungsräumen kontinuierlich weiter an.
Branche erwartet nachhaltige Trendwende
In diesem Jahr erwartet die Bauwirtschaft eine nachhaltige Trendwende. Die Branche profitiert dabei von stabilen Zinsen sowie den geplanten Milliardenausgaben des Bundes für Straßen und Schienen. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) rechnet damit, dass der Branchenumsatz 2026 um 2,5 Prozent steigen wird. Auch der Wohnungsbau soll sich in den kommenden Monaten weiter beleben und damit zur Entspannung der angespannten Wohnungsmarktsituation beitragen.
Wirtschaftsforschungsinstitut bestätigt positive Prognose
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet wieder bessere Zeiten am Bau. Das renommierte Institut schätzt, dass das Bauvolumen in Deutschland 2026 nach fünf Jahren erstmals wieder preisbereinigt wachsen wird. Diese Prognose unterstreicht die optimistische Stimmung in der Branche und gibt Anlass zur Hoffnung, dass die schwierigen Jahre der Baukrise endgültig überwunden werden können.
Erstmals seit dem Jahr 2020 kletterten die preisbereinigten Erlöse in der Jahresfrist wieder um 2,4 Prozent. Allerdings ging diese Ausweitung des Volumens allein auf den Tiefbau zurück, während im Hochbau der reale Jahresumsatz noch einmal um 0,8 Prozent zurückging. Diese differenzierte Entwicklung zeigt, dass der Aufschwung in der Bauwirtschaft nicht alle Bereiche gleichermaßen erfasst hat, aber insgesamt positive Impulse setzt.



