Deutlicher Rückgang beim Schnittblumenkauf in Deutschland
Weniger Schnittblumen gekauft in Deutschland

Die Menschen in Deutschland haben im Jahr 2025 deutlich weniger Schnittblumen gekauft. Die gekaufte Menge sank im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent, wie Zahlen des Marktforschungsunternehmens YouGov zeigen. Käufer griffen demnach im Durchschnitt 6,2-mal zu Sträußen oder einzelnen Stielen, seltener als 2024 mit 6,5-mal. Zudem kauften insgesamt weniger Menschen Blumen.

Ursachen für den Rückgang

YouGov-Marktforscherin Petra Süptitz sieht mehrere Gründe: „Wir leben in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Die Sparneigung ist hoch. Die Menschen hinterfragen beim Einkaufen, was sie wirklich brauchen.“ Schnittblumen seien etwas, das man sich gönne oder anderen schenke, aber nicht unbedingt benötige – sie seien verzichtbarer Luxus.

Steigende Preise belasten

Die Entwicklung wird durch höhere Preise verstärkt. 2025 kostete ein Bund Schnittblumen durchschnittlich 7,26 Euro, im Vorjahr waren es 6,59 Euro. Britta Tröster, Marktanalystin der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), erklärt: „Die Teuerung bei Energie, Transport und Arbeitskraft wirkt stark auf die Produktionskosten, ebenso wie Preissteigerungen bei Dünger und Pflanzenschutz.“ Die Betriebe müssten diese Kosten weitergeben.

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Andrea Kirchhoff vom Verband des Deutschen Blumen-, Groß- und Importhandels nennt weitere Faktoren: „Die Produktionsfläche für Schnittblumen in Deutschland nimmt ab, was Importe nötig macht.“ Höhere Transportkosten und Konkurrenz um Transportkapazitäten in Krisenzeiten trieben die Preise zusätzlich.

Demografischer Wandel und weniger Blumenläden

Laut Kirchhoff hat die sinkende Nachfrage auch mit der demografischen Entwicklung und dem Verschwinden von Blumen aus dem Alltag zu tun. Dies liege am Rückgang von Blumengeschäften und öffentlichen Blumendekorationen. Der Fachverband Deutscher Floristen zählt derzeit etwa 8.000 Blumenläden in Deutschland, vor zehn Jahren waren es noch rund 12.000.

Beliebteste Blumen und Ausgaben

Trotz geringerer Mengen gaben Käufer 2025 im Schnitt 64,64 Euro für Schnittblumen aus, etwa drei Prozent mehr als im Vorjahr – wegen der gestiegenen Preise. Die Rose bleibt mit 42 Prozent der Gesamtausgaben die beliebteste Schnittblume, gefolgt von Tulpe (13 Prozent) und Chrysantheme (11 Prozent).

Die meisten Schnittblumen werden in Supermärkten und Discountern gekauft (etwa zwei Drittel der Menge), der Rest entfällt auf Blumenläden, Gartencenter und Tankstellen. Die Absätze gingen laut YouGov im Lebensmittelhandel und im Blumenfachhandel ähnlich stark zurück, ohne Verschiebung zwischen den Kanälen.

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