Die Ostfriesischer-Flug-Dienst GmbH (OFD) mit Sitz in Emden hat alle Linienflüge eingestellt und trennt sich von ihren drei neu angeschafften Flugzeugen vom Typ Tecnam P2006T. Die Maschinen waren für den Helgoland-Verkehr ab Nordholz bei Cuxhaven und Heide/Büsum in Schleswig-Holstein vorgesehen. Statt abzuheben, landen die Flieger nun auf dem Verkaufsmarkt. Damit sind große deutsche Nordsee-Inseln derzeit nicht mit dem Flugzeug zu erreichen. Nur für Juist gibt es mit Scandinavian Air Charter einen Ersatzanbieter.
Technische Auflagen verhindern wirtschaftlichen Betrieb
Für den gewerblichen Einsatz der Flugzeuge verlangt der Hersteller umfangreiche Vorflugkontrollen an Zelle und Triebwerk. Diese Kontrolle muss durch einen Fluggerätemechaniker eines zertifizierten Instandhaltungsbetriebs erfolgen. Dieser Betrieb befindet sich nicht in Nordholz oder Heide, sondern in Oostwold in den Niederlanden. Bevor die Maschinen morgens Passagiere nach Helgoland hätten fliegen können, hätten sie erst vom Instandhaltungsstandort in den Niederlanden nach Heide oder Nordholz überführt werden müssen – ohne Passagiere. Dies jeden Tag.
Die Folge: Ein erheblicher Teil der Flugzeit wäre nicht für zahlende Gäste genutzt worden, sondern für reine Überführungsflüge. Laut OFD hätte dies bedeutet, dass rund die Hälfte der Flugstunden Leerflüge gewesen wären.
Wirtschaftliche Unmöglichkeit führt zur Einstellung
OFD-Geschäftsführer Timo Trapp erklärte: „Eine wirtschaftlich akzeptable Lösung für die vorgeschriebene Vorflugkontrolle im geplanten Einsatzgebiet sehen wir nicht.“ Das Geschäftsmodell sei wegen der technischen Anforderungen und der daraus folgenden Kosten- und Umsatzwirkung wirtschaftlich nicht möglich. OFD zieht deshalb die Reißleine: Die drei neuen Tecnams werden wieder verkauft. Der kleine Inselflughafen von Helgoland muss nun ohne Linienflüge auskommen.



